07.04.2026
Zum großen Wurf hat es für die vier deutschen Mannschaften beim Finalturnier 2026 der Euro Hockey League nicht gereicht. Die Herren von Crefelder HTC und Hamburger Polo Club sowie die Damen des Harvestehuder THC mussten bereits nach ihrem ersten Auftritt in s-Hertogenbosch die Segel streichen, was eventuelle Titelhoffnungen angeht. Für Polo blieb anschließend noch die kleine Genugtuung wenigstens eines gewonnenen Rankingspiels. Für die auch ein zweites Mal ohne Sieg vom Platz gegangenen amtierenden Deutschen Meister CHTC und HTHC blieb die Erkenntnis, dass man sich zumindest sehr ordentlich verkauft hat und mit reinem Gewissen die Rückkehr in den Bundesliga-Alltag antreten kann. Womöglich inspiriert das EHL-Turnier gerade diese Mannschaften, es in den nächsten Wochen noch einmal richtig gut zu machen, um eventuell im kommenden Jahr wieder die europäische Bühne betreten zu dürfen. Die entsprechenden Trainer-Stimmen deuten auf so etwas hin.
Blieb aus deutscher Sicht der Mannheimer HC als Punktesammler und heißes Eisen im Feuer. Drei gewonnene Spiele bei vier Auftritten verleihen den MHC-Damen ein ordentliches Zeugnis (und brachten zugleich zahlreiche Punkte für die deutsche Nationenwertung). Sehr schade, dass der Bundesliga-Tabellenführer dem späteren Turniergewinner SCHC im Halbfinale nicht lange wirklich Paroli bieten konnte. Ein 0:3 nach 13 Spielminuten ist halt eine Hypothek, die man sich gegen eine mit Weltklasseleuten gespickte Truppe einfach nicht folgenlos leisten kann.
Julia Hemmerle, Torschützin Charlotte Gerstenhöfer und Carolin Seidel (von rechts) freuen sich über das gerade gefallene 2:1 im Bronzemedaillenspiel gegen Club de Campo Madrid. Für den Mannheimer HC blieb beim Finalturnier 2026 der Euro Hockey League am Ende ein guter dritter Platz. Foto: Worldsportpics
Letztlich ist es im Vereinshockey nicht anders als auf Nationenebene: Die Niederländerinnen sind einfach eine Klasse für sich. Ob sich da in absehbarer Zeit noch mal was ändert? Tatsächlich waren es die Damen von Rot-Weiss Köln, die 1999 – also vor gefühlten Ewigkeiten – das letzte Mal einen niederländischen Gewinn beim damals noch Europacup der Landesmeister sich nennenden Wettbewerb, der heute die EHL ist, verhindern konnten. Apropos Nationalmannschaft: Wer die Spiele in s-Hertogenbosch über die Ostertage verfolgt hat, kann feststellen, dass Lucina von der Heyde ein riesiger Gewinn für die deutsche Damenauswahl sein wird. Sie ist nicht nur beim Mannheimer HC ein Anker im Mittelfeld, sondern könnte mit ihrer Art auch den Danas zu neuer Stabilität auf dem Feld verhelfen.
Neben dem Schwerpunkt EHL haben wir in dieser DHZ-Ausgabe auch viel Jugendhockey mit den diversen Osterturnieren und Mastershockey mit einer umfangreichen Nachlese zu den Hallen-Weltmeisterschaften in Nottingham.
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