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Endlich am Ziel: Mit der nötigen Reife gelangt Polo zum ersten Titel

02.06.2026 

Endlich sind sie am Ziel. Es war nicht die erste Saison, in die die Herren des Hamburger Polo Club aufgrund ihres bärenstarken Kaders als erster Favorit auf den Meistertitel gestartet sind. So erstaunlich schnell es ging, mit dem aus der Hamburger Oberliga kommenden Verein in wenigen Jahren den Durchmarsch bis in die 1. Bundesliga und an deren Spitze anzutreten und durchzuziehen, so hat es bis zur ersten Meisterkrönung dann doch eine Weile gebraucht. Im vierten ernsthaften Anlauf hat es geklappt. Zwei verlorene Endspiele 2022 und 2024, das vergeigte Halbfinale 2025, manch bittere Erfahrung in der EHL und auch in der aktuellen Saisonschlussphase haben Polo vor Augen gehalten, dass irgend etwas noch nicht so ausgereift war, um zwingend am Ende den blauen Wimpel in die Höhe strecken zu dürfen.

Wer es auf der Anlage des Bonner THV oder in der Dyn-Übertragung verfolgen konnte, dem musste aufgefallen sein, wie diese Mischung aus ausländischen Topstars, deutschen Nationalspielern und erstaunlich vielen Nachwuchstalenten in deren erstem Bundesliga-Jahr an diesem Finalwochenende sich als verschworene Gemeinschaft präsentierte, die nahezu jeden gewonnenen Zweikampf, vor allem in der Defensive, feierte. Man bewunderte Polo oft für seine Offensivpower, mit der es viele Gegner im Ligaalltag überrennen konnte. Neun Tore in zwei Endrundenspielen unterstreichen dies. Und doch war es vor allem der gestärkte Sinn für Abwehr- und Drecksarbeit, die diese Mannschaft nun zum verdienten Meister 2026 gemacht hat. 

 

Nach schnellem Aufstieg in die nationale Spitze, aber dann drei gescheiterten Anläufen Richtung Titel nun endlich am Ziel: Die Herren des Hamburger Polo Club feiern mit den Fans ihren ersten deutschen Meistertitel. Foto: Sports-Gallery

Die Anerkennung gab es für den Hamburger Polo Club nicht grenzenlos. Vor allem der Mülheimer Fanblock kannte am Sonntag keine Gnade. „Ohne Kohle wärt ihr gar nicht hier“, skandierten die lautstarken Uhlen-Ultras immer wieder in Richtung des Endspielgegners und dessen Anhängerschaft. Das Etikett, den sportlichen Erfolg mit viel Geld mehr oder weniger eingekauft zu haben, hängt den Hanseaten wie keinem anderen Verein am Hacken. Frank Schmidt, der starke Mann hinter dem rasanten Aufstieg von Polo an die nationale Spitze, fand die Sprechchöre „total lächerlich“ und konterte im kurzen DHZ-Gespräch mit Blick auf Uhlenhorst-Keeper David Harte mit der rhetorischen Frage: „Wer würde denn bei denen im Tor stehen ohne Geld?“

Nach zuletzt zwölf Jahren mit Final-Four-Turnieren im Westen (Krefeld, Bonn) und im Süden (Mannheim) wandert die Feld-DM-Endrunde 2027 in den Norden Deutschlands. Hannover und der dortige DHC werden Ende Mai erstmals Ausrichter der Meisterschaft. Kontinuität herrscht dagegen in der Halle: Da geht es Anfang Februar zum fünften Mal in Folge in Frankfurt um die Indoor-Titel. Wie es zu den Vergaben kam, hat uns Hockeyliga-Geschäftsführer Manuel Wilhelm erläutert (mehr dazu in der Digitalausgabe 21 der Deutschen Hockey Zeitung).

 

Mehr Analysen und Geschichten in der neuen Ausgabe der Hockey-Zeitung. Zum Download der aktuellen Ausgabe geht es hier

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