15.09.2026
Nach der abrupten Freistellung von ihren Aufgaben als Bundestrainerin der deutschen Damen-Nationalmannschaft hatte sich Janneke Schopman erst einmal rar gemacht und aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Was angesichts der Brisanz der Vorgänge in den letzten Tagen der Weltmeisterschaft absolut verständlich war. Die Sportverantwortlichen des Deutschen Hockey-Bundes hatten der Niederländerin das Vertrauen für die Fortsetzung des im November 2024 begonnenen Arbeitsverhältnisses entzogen. Wir als Deutsche Hockey-Zeitung hatten mit DHB-Sportdirektor Martin Schultze (in DHZ-Ausgabe 28) und DHB-Vizepräsidentin Leistungssport Katrin Kauschke (in Ausgabe 29) Interviews über die Hintergründe des in der Öffentlichkeit überwiegend als befremdlich wahrgenommenen Vorgangs geführt.
Inzwischen ist es der Redaktion des Hockey-Podcasts „Viertelpause“ gelungen, den Gesprächsfaden mit Janneke Schopman wieder aufzunehmen. Und so war die 49-Jährige vergangene Woche aus den USA zugeschaltet. Herausgekommen ist ein rund einstündiges Interview, bei dem Schopman den beiden „Viertelpause“-Moderatoren Sören Wolke und Tim Schäflein ihre Sicht der Dinge erzählt hat. Die Quintessenz des ausführlichen Beitrags: Bei aller Eigenkritik („ich bin manchmal zu perfektionistisch“) und auch einem gewissen Verständnis für manche von der DHB-Führung vorgebrachten Dinge war bei Janneke Schopman hauptsächlich die Enttäuschung herauszuhören, dass man ihr die Chance genommen habe, den eingeschlagenen Weg gemeinsam mit den Danas weiterzugehen. „Wir alle hatten das Gefühl, dass wir auf dem richtigen Weg sind und die richtigen Schritte gemacht haben“, so die Trainerin, die bedauert, die eigentlich bis Los Angeles 2028 geplante Reise mit einer noch wenig erfahrenen Mannschaft nicht zu Ende bringen zu können. Auch wenn sich Schopman mit direkter Kritik am bisherigen Arbeitgeber zurückhielt, einen Seitenhieb konnte sie sich dann doch nicht verkneifen. Sie sprach vom Gefühl, in den letzten Monaten von den DHB-Zuständigen mehr „beobachtet“ als begleitet worden zu sein.

Janneke Schopman (Mitte; mit Jette Fleschütz, links, und Stine Kurz, rechts, während der Weltmeisterschaft in Wavre) nahm sich im Hockey-Podcast "Viertelpause" eine Stunde lang Zeit, ihre Sicht der Dinge darzulegen. Zum Ende der WM wurde die Niederländerin nach knapp zwei Jahren Amtszeit von der sportlichen Führung des Deutschen Hockey-Bundes von ihren Aufgaben entbunden. Wie es mit der Niederländerin, aber auch mit dem Trainerposten beim DHB weitergeht, ist derzeit noch offen. Foto: Worldsportpics
Man darf gespannt sein, ob und wie der Verband reagiert. Derweil konnte der DHB eine Nachfolgeregelung für den vakanten Bundestrainerposten bislang nicht der Öffentlichkeit präsentieren. In der Gerüchteküche brodelt es. Auch dieser Sachverhalt bleibt also spannend.
Nachdem die 2. Bundesliga (und praktisch alle Regional- und Landesspielklassen) ihren Punktspielverkehr nach der Sommerpause bereits aufgenommen haben, startet am Wochenende auch die 1. Bundesliga in die Feldsaison 2026/27. Wir haben die wichtigsten Infos zu den 24 Erstligateams im September-Magazin der Deutschen Hockey Zeitung (DHZ 30) zusammengetragen.
Mehr Analysen und Geschichten in der neuen Ausgabe der Hockey-Zeitung. Zum Download der aktuellen Ausgabe geht es hier

Mit der Hockey-Zeitung halten wir alle Hockeyfreunde auf dem Laufenden. Hier geht es zur aktuellen E-Paper-Ausgabe der DHZ. In unserer News-Rubrik und natürlich auf unseren Social Media Kanälen auf Facebook und Instagram gibt es ebenfalls aktuelle Nachrichten und jede Menge Diskussionsstoff von unserem Redaktionsleiter Uli Meyer und weiteren Mitarbeitern.

