04.07.2023
Wer Zeit und Gelegenheit hat, der mag mal ein wenig herumstöbern in den Karrierestationen jener 20 deutschen Spieler, die im Januar dieses Jahres Hockey-Weltmeister geworden sind. Bei immerhin 18 WM-Helden steht nämlich ziemlich am Anfang ihrer individuellen Laufbahn als Kaderspieler des Deutschen Hockey-Bundes eine Teilnahme bei einer U18-Europameisterschaft. Tatsächlich haben zwischen 2005 (Martin Zwicker) und 2021 (Jean Danneberg) nahezu alle aktuellen Herren-Weltmeister in einer U18-Nationalmannschaft ihre erste internationale Meisterschaft bestritten. Nur bei Mathias Müller und – aus verständlichen Gründen – Gonzalo Peillat war das nicht der Fall.
Die Parallele lässt sich auch auf die weibliche Seite übertragen. Die allermeisten deutschen Spielerinnen, die voriges Jahr im Damen-WM-Halbfinale standen und sich aktuell in der Vorbereitung auf EM 2023 und Olympia 2024 befinden, haben ihre ersten richtigen Schritte auf internationaler Bühne bei einer U18-Europameisterschaft absolviert. Welche Schlussfolgerung lässt sich daraus ziehen? Eigentlich ganz einfach: Wer später mal was werden will und sich sportliche Träume von WM- oder Olympiamedaillen erfüllen möchte, der sollte tunlichst schon in jungen Jahren die Basis legen. Oder andersherum: Die Chancen, im Erwachsenenbereich mal zu den Besten der Hockeywelt gehören zu können, stehen vor allem für jene gut, die sich bereits im Nachwuchsalter im Netz der Talentesichter und Bundestrainer verfangen und dann dort entwickelt haben.

Gibt es ein Wiedersehen im EM-Endspiel in Krefeld? Die weiblichen U18-Nationalteams von Deutschland (im schwarzen Trikot Jessica Schwarz) und Niederlande (in orange) trafen erst kürzlich in Duisburg zu zwei Testspielen aufeinander. Foto: Sternberger
In wenigen Tagen beginnen in Krefeld die 12. Europameisterschaften im U18-Bereich. Die aktuell besten Spielerinnen und Spieler der Jahrgänge 2005 und 2006 kämpfen um den kontinentalen Meistertitel (übrigens zum ersten Mal in diesem Altersbereich in Deutschland). Wir wünschen den beiden deutschen Mannschaften viel Erfolg (alle Vorschau-Infos zur EM gibt es in der DHZ-Ausgabe 23) und drücken entsprechend die Daumen. Sollte es mit dem Gewinn des U18-EM-Siegerpokals 2023 am Ende vielleicht doch nichts werden, so mag den enttäuschten Spielerinnen und Spielern quasi zum Trost gesagt sein, dass nur die allerwenigsten Weltmeister des Jahres 2023 auch eine U18-Goldmedaille in ihrem Schrank hängen haben. Das Beste kommt womöglich erst später.
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