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Ein Rückschritt, der auch ein Fortschritt ist

01.08.2023

Vor zwölf Jahren, als letztmals eine Feldhockey-Europameisterschaft in Deutschland ausgetragen wurde, sind die meisten der EM-Spiele 2011 der deutschen Damen und Herren aus dem Mönchengladbacher Hockeypark über den gebietsmäßig zuständigen Westdeutschen Rundfunk und die Schiene des Dritten Programmes im Fernsehen live übertragen worden. Von solch einer Regelung ist die EM 2023 um einiges entfernt. Die diesjährige Live-Berichterstattung wird nahezu komplett aufs Internet verlagert. Und nur für den Fall, dass die Danas und/oder die Honamas sich sportlich bis ins Endspiel durchkämpfen sollten, werden ARD (Damen-Finale) und/oder ZDF (Herren-Finale) auch mit einer TV-Übertragung zur Stelle sein.

 

Man mag das für einen Rückschritt halten, gemessen jedoch an der jüngsten Weltmeisterschaft in Indien, als beim Titelgewinn der deutschen Herren Ende Januar 2023 nur die Abonnenten einer gebührenpflichtigen Streamingplattform (DAZN) mit Livebildern versorgt wurden, ist es ein spürbarer Fortschritt. Bei der EM kann hierzulande jeder ohne Bezahlschranke alle deutschen Spiele live und in kompletter Länge verfolgen. Von einem „wichtigen Schritt für die Medialisierung unserer Sportart“ spricht DHB-Vorstand Niclas Thiel. Das Streben, Hockey mit der EM wieder mehr ins Rampenlicht einer breiteren Öffentlichkeit zu bekommen, ist bei diesem Jahreshöhepunkt 2023 ein ganz wichtiger Punkt. Die Reichweiten der öffentlich-rechtlichen Sender werden dazu beitragen. Auch wenn das Internet sicherlich immer noch nicht den Mitnahmeeffekt von Fernsehübertagungen aufweisen kann.

U18-Nationalmannschaftskapitänin Taja Gans bringt ihren Teamkolleginnen den Siegerpokal. Im DHZ-Interview blickt Taja Gans zusammen mit ihrem Kollgen der ebenfalls siegreichen deutschen Jungen, Bendikt Geyer, auf die Jugend-Europameisterschaft in Krefeld zurück. Foto: Sternberger 

 

Dass im Spitzensport das Urvertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit einen ganz elementaren Baustein für spätere Erfolge darstellt, ist sicherlich keine neue Erkenntnis. Und trotzdem ist es hin und wieder erforderlich, diesen Punkt auch zu benennen. Deutlich wird es im Interview, das ich mit den beiden Kapitänen unserer U18-Europameisterteams geführt habe. Darauf angesprochen, ob sie zwischendurch auch mal Zweifel an ihrer auf die eigene Fahne geschriebenen Titelmission hatten, benutzten Taja Gans und Benedikt Geyer unisono ein Wort: nie. Der Glaube an die eigene Stärke und das mannschaftliche Potenzial verleiht Kräfte, die einen dann auch leichter über kritische Momente einer Turnierwoche hinwegkommen oder Rückschläge verdauen lassen. Das exklusive Gespräch mit unseren EM-Helden gibt es in der aktuellen E-Paper-Ausgabe der Deutschen Hockey Zeitung (DHZ 25).

 

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