07.05.2024
Natürlich ist es nicht ideal, wenn genau zwischen den beiden Play-off-/Play-down-Wochenenden eine Maßnahme eingestreut wird, die die Nationalspielerinnen und Nationalspieler für mehrere Tage aus ihren Bundesligateams herausnimmt. Aber diese Sachzwänge, wenn internationale Verpflichtungen (wie jetzt die Teilnahme der deutschen Teams beim vorolympischen Testturnier in Paris) nur mühsam mit dem nationalen Terminkalender in Einklang gebracht werden können, hat es schon immer gegeben. Nur ein Beispiel gefällig: Vor zwei Jahren fand ebenfalls zwischen Auftakt und Abschluss der Viertelfinalserie eine DHB-Kadermaßnahme statt, damals war sogar direkt vor dem letzten BL-Rückrunden-Spieltag noch ein weiteres Pro-League-Wochenende eingestreut.
Der Kampf um Termine ist im Übrigen der vorrangige Knackpunkt, warum die notwenige Fortschreibung des Kooperationsvertrages zwischen dem Deutschen Hockey-Bund und der Hockeyliga noch immer nicht unterzeichnet ist. Wie man hört, ist das seit Monaten ein zähes Ringen, wo es wie bei einem Tauziehen mal ein paar Zentimeter in die eine und dann wieder in die andere Richtung geht. Die Hockeyliga plant, vom derzeitigen Spielmodus der 1. Bundesliga (Feld) abzurücken. Das System der verkürzten Rückrunde soll aufgegeben werden und mit ihm die Einteilung in zwei Staffeln. Einer der Hauptkritikpunkte wäre vom Tisch. Doch die Rückkehr zu kompletter Hin- und Rückrunde (zusammen 22 Spieltage statt wie aktuell 16) plus anschließendem Viertelfinal-Play-off und Abstiegs-Play-down sowie abschließendem Final-Four erfordert eben noch mehr Termine als bisher. Die Spielräume für Maßnahmen der A-Kader (und auch der U21-Kader) würden weiter eingeschränkt, was der sportlichen Führung des für die Nationalteams zuständigen DHB ein Dorn im Auge ist.

Um auch bei kommenden Final-Four-Veranstaltungen die Zuschauertribünen möglichst gut gefüllt zu bekommen (wie es hier 2022 in Bonn trotz Regens während des Finaltags weitgehend gelungen war), drängt die Hockeyliga auf eine durch DHB und Landesverbände organisierte Spielfreiheit sämtlicher Alters- und Leistungsklassen. Foto DHZ
Einer anderen Forderung der Hockeyliga, nämlich für die Final-Four-Wochenenden (Feld und Halle) eine verbindliche Spielfreiheit in bundesweit allen Leistungs- und Altersklassen zu organisieren, wollen Bund und Länder nicht in Form einer verpflichtenden Unterschrift nachkommen. Jedoch soll die dahinterstehende Idee, jedem Hockeyspieler und -offiziellen den Besuch einer DM-Endrunde grundsätzlich zu ermöglichen (und nicht durch gleichzeitige Punktspiele zu erschweren), durch eine gewissenhafte Saisonplanung so gut es geht unterstützt werden.
Apropos Besuch einer DM-Endrunde: Noch stehen Tickets für das Feld-Final-Four am 18./19. Mai 2024 in Bonn zur Verfügung. Aber angesichts einer etwas geringeren Tribünenkapazität als vor zwei Jahren (3000 Plätze statt damals 4000) sollten sich Interessierte mit ihrer Reservierung sputen. Infos/Buchung: hockeybundesliga.de/events.
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