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Tag 6: Zahlreiche Viertelfinalträume enden, Besuch im Olympischen Dorf

01.08.2024 - Am einzigen Gruppenspieltag ohne deutsche Beteiligung enden für gleich mehrere Teams die Viertelfinalträume. Derweil begleiten einige deutsche Hockeyathleten die Bundesaußenministerin bei deren Besuch im Olympischen Dorf.

In der Vormittagssession sind die Herren an der Reihe. Für Neuseeland, Frankreich und Irland ist es die letzte Chance, die geringen Aussichten auf einen Platz im Viertelfinale am Leben zu halten. Alle drei scheitern. Am deutlichsten erwischt es Neuseeland. Im Ozeanien-Duell gibt es gegen Australien mit 0:5 (0:2) deutlich einen auf die Mütze. Die Neuseeländer bekommen dabei auch den australischen Frust nach deren 2:6-Klatsche gegen Belgien ab. Tom Wickham (22.), Ky Willott (42.) und der dreifache Blake Govers, erst mit Feldtor (25.) und am Ende noch mit zwei Ecken (52./57.), schießen die Tore. Statistisch gesehen war es ein absolut ausgeglichenes Match mit 29:29 Kreiseintritten und 4:4 Ecken, nur bei den Torschüssen (18:12) hatte Australien Vorteile.

Knapper sind die Ergebnisse von Frankreich und Irland. Die Olympiagastgeber finden in Großbritannien ihren Meister. Dabei sprechen 26:10 Torschüsse, 16:6 Ecken und 26:10 Kreiseintritte noch deutlicher zugunsten der Briten als das 2:1 auf der Anzeigetafel. Frankreich führte durch Timothee Clement (30.) sogar mit 1:0 zur Pause, doch GB dreht durch Zachary Wallce (7m, 41.) und James Albery (54.) den Spieß noch zum 1:2. Großbritannien schob sich damit in der Gruppe A auf Platz zwei vor und ist neben Belgien die einzig unbesiegte Mannschaft in der Herrenkonkurrenz nach vier von fünf Gruppenspieltagen.

Auch Irland kann das Ruder nicht mehr herumreißen. Das 1:2 gegen Argentinien ist die vierte Niederlage der Europäer. Lee Cole (27.) gleicht die Führung der Südamerikaner von Tomas Domene (17.) aus, aber Maico Casella (28.) bringt Argentinien sofort wieder nach vorn. Alle drei Tore fielen nach Ecken. Hier hatte Irland doppelt so viele Möglichkeiten (8/4), bei den Torschüssen sogar noch mehr (12/5), lediglich bei den Kreiseintritten war Argentinien knapp vorn (14:13).

Im Topspiel der Gruppe B zwischen den bereits sicher im Viertelfinale stehenden Teams von Belgien und Indien sind die Asiaten eine Halbzeit lang dran, dem Titelverteidiger die Tabellenführung zu entreißen. Abhishek (18.) bringt Indien zur 1:0-Pausenführung, die dann aber schon zum Ende des dritten Viertels wechselt. Thibeau Stoeckbroex (33.) und Länderspiel-Weltrekordler John-John Dohmen (E, 44.) sichern Belgien den 2:1-Sieg und damit mit größter Wahrscheinlichkeit den Gruppensieg. Am Ende liegen auch die Statistik-Vorteile auf Seiten der Europäer: 14:9 Schüsse, 11:2 Ecken und 14:11 Kreiseintritte.

Damit stehen auf männlicher Seite alle acht Viertelfinalteilnehmer bereits vor dem letzten Gruppenspieltag fest. Am Freitag geht es nur noch um die einzelnen Platzierungen und damit auch um die Frage, wer auf wen im K.O.-Spiel am Sonntag treffen wird.

Auf weiblicher Seite müssen auch USA und Südafrika ihre Hoffnungen auf die K.O.-Runde begraben. Die Amerikanerinnen hätten gegen Großbritannien zwingend einen Sieg gebraucht. Aber die zu Turnierbeginn schwächelnden Britinnen haben sich inzwischen stabilisert und können dem US-Angriff trotzen. Fünf GB-Toren von Sophie Hamilton (4.), Tess Howard (19./E, 25.), Hannah French (35.) und Sarah Jones (39.) kann lediglich Abigail Tamer (E, 8./29.) zweimal etwas entgegensetzen. 5:2 (3:2) heißt es am Ende für GB, das damit den Einzug in die K.O.-Runde fix macht. 14:10 Schüsse und 9:4 Ecken sprechen außerdem für GB, lediglich bei den Kreiseintritten (17:14) hat das US-Team leichte Vorteile.

Auch Spanien kann schon vor seinem letzten Vorrundenspiel einen Haken an die Qualifikation fürs Viertelfinale machen. Gegen Südafrika reicht der Eckentreffer der früheren Flottbekerin Belen Iglesias (15.) zum 1:0-Sieg. Bei 7:6 Ecken, 14:8 Torschüssen und 17:9 Kreiseintritten liegen die Vorteile auch sonst bei Spanien. Südafrika hat als einziges Team der Gruppe B keine Punkte und ist damit aus dem Rennen.

In Gruppe A treffen die beiden punktlosen Teams von Japan und Frankreich aufeinander. Obwohl sich beide kaum noch Chancen auf etwas Größeres ausrechnen dürfen, ist der Ehrgeiz ungebrochen. Jubeln können am Ende nur die Asiatinnen, für die Mai Toriyama (12.) das goldene Tor zum 1:0-Sieg schießt. Die Gastgeberinnen können aus ihrem Ecken-Plus (5:1) nichts machen, Japan hat Vorteile bei Schüssen (8:6) und Kreiseintritten (18:16).

Gleich zwei Siebenmeter verschießen Australiens Damen (hier Kaitlin Nobbs) gegen die argentinische Torhüterin Cristina Cosentino. Trotz der beiden Fehlschüsse vom Punkt erkämpft  sich Australien im Topspiel der Gruppe B gegen Argentinien noch ein 3:3-Unentschieden.  Foto: DHZ

 

Im kleineren Stadion geht es zwischen den beiden verlustpunktfreien Topteams der Gruppe B um die Vorentscheidung um Platz eins. Argentinien schockt Australien mit einem Doppelschlag in der 10. Minute. Erst befördert Sofis Cairo fast von der Grundlinie im Fallen den Ball in den australischen Kasten, 40 Sekunden später versenkt Victoria Sauze die erste Ecke per Schrubber im kurzen Eck – 2:0. Nach der Pause spielt dann eine ganze Zeit praktisch nur noch Australien. Das Team kommt im dritten Viertel zu gleich zwei Siebenmetern, die dann beide verschossen werden. Erst scheitert Nobbs an Torhüterin Cosentino (37.), später trifft Williams nur den Pfosten (41.). Kurioserweise erzielt Kaitlin Nobbs keine 30 Sekunden nach ihrem Fehlschuss vom Punkt ein Feldtor zum 1:2 (37.). Und Stephanie Kershaw lenkt mit Ablauf des furiosen Viertels eine australische Strafecke zum 2:2-Ausgleich in den Kasten (45.). Im Schlussviertel besinnt sich Argentinien wieder ein wenig, taucht zumindest ab und zu im gegnerischen Kreis auf. Das reicht, um mit einem Eckenstechertor von Maria Granatto (50.) die 3:2-Führung zu markieren. Doch Australien hat noch einen letzten Stich. Eine Sekunde vor Ablauf der Spielzeit gelingt Mariah Williams fast eine Kopie des Granatto-Treffers zum 3:3-Endstand, der Australien aufgrund des minimal besseren Torverhältnisses auf Platz eins belässt. Bei 9:7 Ecken, 15:18 Schüssen und 14:18 Kreiseintritten aus argentinischer Sicht liegen die Statistiken wie das Ergebnis eng beieinander.

Beim mittäglichen Besuch der Bundesaußenministerin Annalena Baerbock im Olympischen Dorf gehören mit Selin Oruz, Anne Schröder, Mats Grambusch und Lukas Windfeder gleich vier Hockeyvertreter zur Gruppe von deutschen Olympiaathleten, die sich beim gemeinsamen Mittagessen mit dem hochrangigen Gast austauschen. DHB-Sportdirektor Martin Schultze teilt dazu mit: „Sport verbindet über alle Grenzen hinweg. Der Besuch unserer Außenministerin ist eine tolle Anerkennung für die Leistungen unserer Athlet*innen und Trainer*innen. Wir werden diese besonderen Eindrücke aus Paris mit nach Hause tragen und uns auch künftig für die Ausrichtung internationaler Events in Deutschland, wie die der anstehenden EuroHockey Championship 2025 in Mönchengladbach, stark machen".

Beim Besuch von Außenministerin Annalena Baerbock (Zweite von links) gehörten unter anderem Selin Oruz (rechts daneben) und Anne Schröder (rechts) zu den Begleiterinnen. Foto: TeamD/Ronsdorf