Mit neun Toren stach Elian Mazkour beim 13:2-Sieg von Rot-Weiss Köln gegen den Gladbacher HTC heraus. Gegen den gleichen Gegner hatte Köln das Hinspiel noch mit 4:6 verloren – ohne Mazkour in der Rot-Weiss-Formation. Dass Köln nun wieder voll im Geschäft um die Viertelfinalplätze dabei ist, liegt neben verbesserter Personalsituation natürlich auch an den vielen Mazkour-Toren, die den 23-jährigen Angreifer in der Bundesliga-Torschützenliste auf Rang drei katapultiert haben. DHZ-Mitarbeiter Julius Hayner sprach mit Elian Mazkour über die enge Tabellenkonstellation der Gruppe West und warum der Hallen-Europameister 2024 auf die Hallen-WM im Februar verzichten wird.
Eli, Dir sind im ersten Spiel des Jahres gegen den Gladbacher HTC direkt neun eigene Treffer gelungen. Viel besser kann man als Stürmer doch gar nicht ins neue Jahr starten, oder?
ELIAN MAZKOUR: Wahrscheinlich nicht. Ich würde sagen, dass das ein ganz gelungener Auftakt ins neue Jahr war. Für mich persönlich, aber vor allem auch für das Team. Der Sieg bei dieser engen Tabellensituation war natürlich ganz wichtig für uns.
Bei der 4:6-Hinspiel-Niederlage standest Du selbst in Gladbach nicht auf dem Platz. Kannst Du dennoch die beiden Spiele vergleichen und sagen, warum es jetzt einen überdeutlichen 13:2-Sieg im Rückspiel gab?
Ich glaube, dass man die beiden Spiele kaum miteinander vergleichen kann. Bei Gladbach haben dieses Mal mit Mats Grambusch und Niklas Braun zwei essenzielle Stammspieler gefehlt. Gerade bei Mats weiß jeder, dass er einfach ein Unterschiedsspieler ist und das Spiel mit oder ohne ihn ganz anders ist. Im Hinspiel haben auf unserer Seite zusätzlich auch noch Thies, Michel und Jean nicht für die Mannschaft zur Verfügung gestanden. Ebenfalls alles Unterschiedsspieler. Deswegen waren die Karten ganz neu gemischt. Dazu kommt dann noch, dass wir am Samstag unser vielleicht bestes Spiel gezeigt haben. Wir haben die Qualität, die wir ja zweifelsfrei haben, auf den Platz bekommen. Sowohl offensiv als auch defensiv. Jean hatte auch einen starken Tag, sodass wir unsere wahrscheinlich beste Saisonleistung zeigen konnten. Dann kann so ein deutlicher Sieg auch schnell zustande kommen.
Du bist ein absoluter Vollblut-Stürmer, und wer dich kennt, weiß auch, dass Tore für dich - im positivsten Sinne eines Torjägers - eine wichtige Rolle spielen. Die ersten Spiele der Hallensaison hast Du noch verpasst. Dennoch bist du nach dem Wochenende nun wieder ganz oben aufgetaucht bei den „Tormaschinen“. Ist es noch ein Ziel für Dich, diese Liste am Ende der regulären Saison anzuführen, oder guckst Du da diese Saison gar nicht drauf?
Ach, ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich jetzt gar nicht auf diese Liste gucken würde. Ich hatte es jetzt am Wochenende gesehen und war tatsächlich selbst überrascht, dass ich auf einmal so weit oben aufgetaucht bin. Schließlich fehlen mir drei Spiele fehlen im Vergleich zu den anderen Jungs. Was jetzt am Ende dabei rauskommt, ist für mich allerdings zweitrangig. Dass wir als Team das Viertelfinale erreichen, ist das Wichtigste. Alles andere ist „nice to have“.
Dieses Ziel ist nach einem „schwierigen“ Saisonstart wieder absolut im Bereich des Möglichen. Ihr seid voll dabei im Rennen ums Viertelfinale, obwohl euch gerade zu Saisonbeginn teilweise die Spieler und auch die Ergebnisse gefehlt haben. Habt ihr diesen Saisonverlauf aufgrund der bekannten Personalsituation so für Euch prognostiziert? Und es ist nun vielleicht umso mehr euer Ziel, das Viertelfinale noch zu erreichen?
Also das Ziel ist auf jeden Fall das Viertelfinale. Die Qualität dafür haben wir auf jeden Fall. Uns war natürlich bewusst, dass die Saison viele Herausforderungen für uns bereithalten wird. Beispielsweise, dass Spieler in der Halle gar nicht zur Verfügung stehen werden und einige erst später zur Mannschaft stoßen können. Auf der anderen Seite wussten wir auch, dass wir immer noch genug Qualität auf dem Platz haben werden. So sind denn auch die ersten Spiele nur ganz bitter verloren gegangen, und plötzlich ist man am Ende der Tabelle. Jetzt ist es wieder ein ganz offenes Ding. Wir sind oben dabei. Die Chancen sind da, und wir werden das Bestmöglichste daraus machen. Für mich ist es mit Köln sowieso immer der Anspruch, dass wir das Viertelfinale erreichen und bei den Endrunden mitspielen. Und das geht der ganzen Mannschaft so. Unser Anspruch ist immer ganz oben.

Sechs Mal in der Halle (bei der gewonnenen Hallen-EM 2024) und 14 Mal im Feld (das Bild zeigt ihn im Team bei der Pro League im Dezember) durfte Elian Mazkour bislang das Nationaltrikot überstreifen. Jetzt hofft er im Feld auf die Nominierung für ein großes Turnier. Fotos: Worldsportpics, Kaste
Wie schätzt Du eure Chancen dann jetzt in diesem Vierkampf zwischen Gladbach, Krefeld, Mülheim und Euch ganz konkret ein?
Ich glaube, dass sich Gladbach ehrlicherweise das Viertelfinale mit seinem Restprogramm nicht mehr nehmen lässt. Ohne Blau-Weiß Köln oder Neuss irgendwie zu nahe treten zu wollen, sind das zuhause für Gladbach zwei machbare Aufgaben. Da sollten sie sich keine Punkte mehr abluchsen lassen. Krefeld spielt zwar auch noch gegen Blau-Weiß, muss aber auch gegen Mülheim ran und noch zu uns kommen. Es ist wirklich ein sehr offenes Ding. Im Endeffekt ist es am Samstag für uns ein Pflichtsieg gegen Neuss, und gegen Krefeld erwarte ich wie schon im Hinspiel ein ganz enges Spiel. Solange Gladbach also nicht patzt, entscheidet es sich meiner Meinung nach zwischen Krefeld und uns. Vielleicht ist Mülheim am Ende aber auch der lachende Dritte. Es ist wirklich schwierig vorauszusagen, aber dafür ist es seit Langem mal wieder richtig spannend bis zum letzten Spieltag.
Letztes Jahr bist Du mit der Hallen-Nationalmannschaft Europameister geworden. Dieses Jahr steht in Kroatien die Hallen-Weltmeisterschaft an. Ist das Hallen-Turnier für Dich relevant oder bist Du jetzt schon so ein fester Bestandteil der Honamas, dass Du bei dem Feldlehrgang dabei sein „darfst“?
Soweit ich das sagen kann, spielt die Hallen-WM dieses Jahr keine Rolle für mich. Der volle Fokus der Nationalmannschaft liegt auf den Feld-Lehrgängen, und da liegt auch mein Fokus. Das ist auch soweit klar kommuniziert. Klar war die Hallen-EM für mich im letzten Jahr eine tolle Erfahrung, und eine WM wäre es genauso. Mit der anstehenden Heim-EM im Sommer gibt es aber auch ein Turnier, wofür es sich sehr lohnt, auf dem Feld alles zu geben. Wenn man diese Chance bekommt, dann will ich auch alles dafür geben, dort dabei sein zu können.
Mit einer bereits zweistelligen Anzahl an A-Kader-Länderspielen ist es fast komisch zu sagen, dass Du nun „neu“ dabei bist. Dennoch fängt für Dich sicherlich nun ein neues Kapitel in der Nationalmannschaft an, oder? Welche Rolle traust Du Dir selbst da nun zu?
Ja, genau. Also ganz neu bin ich zwar streng genommen nicht mehr, aber man kann ruhig immer noch sagen, dass ich zu den neuen Gesichtern zähle. Einfach auch, da ich jetzt noch nie irgendein großes Turnier gespielt habe, sondern eher ein paar Länderspiele bisher bestreiten durfte. Das ist nun auf jeden Fall mein Ziel. Mit Niklas (Wellen; d. Red.) und Marco (Miltkau) haben natürlich auch zwei wichtige Offensivspieler aufgehört, wodurch natürlich erst einmal zwei Plätze frei geworden sind. Gerade Marcos Rolle, der ja das Paradebeispiel eines Kreisstürmers über Jahre hinweg war, traue ich mir durchaus zu auszufüllen. Denn ich sehe meine Qualitäten auch als Kreisspieler. Mein Ziel ist es jetzt, mich auf das höchste Fitnesslevel zu bringen, das man für das internationale Niveau benötigt, um dann meine Qualitäten, die eben im Kreis, im Abschluss und in Toren liegen, einzubringen. Um am Ende für die Nationalmannschaft ein großes Turnier zu spielen, musst du im Idealfall irgendein Alleinstellungsmerkmal mitbringen. Das versuche ich nun weiter zu entwickeln und in den richtigen Momenten dann zu zeigen.
Vielen Dank für das Gespräch!







