04.02.2025
Die 7. Hallenhockey-Weltmeisterschaft hat für die beiden deutschen Mannschaften gut begonnen. Unsere Herren stehen nach zwei Siegen über Malaysia und Iran bereits im Viertelfinale, und unsere Damen ließen bei ihrem ersten Auftritt Neuseeland keine Chance. Auffällig schon am ersten Tag der WM: Nach Beschluss des Weltverbandes FIH müssen ab sofort alle Feldspieler, die sich zur Verteidigung einer Strafecke begeben, eine Schutzmaske tragen. Man darf gespannt sein, wie schnell die zunächst nur für sämtliche FIH-Turniere geltende Bestimmung dann auch im nationalen Spielverkehr umgesetzt wird.
Es gab vor etlichen Jahren tatsächlich mal eine ernsthafte Diskussion darüber, ob man im Hallenhockey die Zahl der Spieler auf dem Feld von fünf auf vier reduzieren solle, um mehr Platz zwischen den Banden zu schaffen, den „Bretterwald“ ein klein wenig zu reduzieren und das Spiel so wieder attraktiver zu machen. Die Idee verschwand schon bald wieder ohne weitere Beachtung in der Mottenkiste. Wäre so ein Vorschlag immer noch oder neu auf dem Markt, dann könnte man die Partien der Endrunde um die 63. Deutsche Hallenmeisterschaft fast durchweg als Anschauungsmaterial dafür vorlegen, dass das klassische Fünf gegen Fünf (plus Torhüter) keiner grundsätzlichen Reform bedarf. Es hat weder zu viele Spieler auf dem Platz noch wird durch das Brettlegen das konstruktive Spiel kaputtgemacht. Mit ordentlich Athletik, feiner Technik, flottem Spieltempo und oftmals blitzschnellem Wechsel von taktischen Spielsystemen lassen sich immer wieder Lösungsansätze finden. Ausschließlich zu verteidigen und das womöglich auch auf sehr konservative Weise, ist selbstverständlich nicht verboten. Doch längerfristigen sportlichen Erfolg wird solch eine Herangehensweise mit größter Wahrscheinlichkeit nicht haben. Und das ist auch gut so.

Die "fliegende" Ines Wanner schoss nicht nur dieses spektakuläre Tor beim 9:1-Auftaktsieg der deutschen Damen bei der Hallen-Weltmeisterschaft in Kroatien, sondern noch vier weitere Treffer gegen Neuseeland. Foto: Worldsportpics
Das Final-Four 2025 in Frankfurt und auch die ersten Beobachtungen von der 7. Hallen-WM in Kroatien zeigen zudem, dass man auch spezielle Problemfälle der jüngeren Hallenhockey-Historie offenbar in den Griff bekommen hat. Diese toten Momente an der Bande oder in den Ecken des Spielfeldes gibt es so gut wie gar nicht mehr, zumindest nicht in der bisher manchmal epischen Länge. Die im Regelwerk gefundenen Bestimmungen, die von Spielern und Schiedsrichtern verstanden und meistens auch problemlos umgesetzt werden, haben die ärgerlichen Szenen rasch aus dem Spielalltag verbannt. Der Ballbesitzende darf in solchen Situationen nicht mehr beliebig lange in der „toten“ Lage verharren, ihm droht der Ballverlust (in Form eines Freischlagpfiffs für den Gegner), wenn er den Ball nicht zügig aus dem Korridor, den ihm das gegnerische Team offenhalten muss (sonst: Freischlag), herausspielt. Alles in allem ein Fortschritt.
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