Schon bevor der erste Ball bei dieser Europameisterschaft rollt, hat der Deutsche Hockey-Bund – um in der Sportsprache zu bleiben - zwei Tore erzielt. Bei der am Freitag in Mönchengladbach stattfindenden Generalversammlung des europäischen Verbandes EuroHockey wird Christian Deckenbrock ins Exekutivkomittee gewählt. Der DHB-Vizepräsident Recht kann sich aus insgesamt acht Bewerbern für zwei Posten bereits im ersten Wahldurchgang durchsetzen und gehört nun dem höchsten EuroHockey-Gremium an.

Ins Spitzengremium von EuroHockey gewählt: DHB-Vizepräsident Christian Deckenbrock. Foto: DHZ
Die bisher zu den zwölf Personen des Executive Board zugehörige Gabriele Lemmle (München) hatte nach vier Jahren aus beruflichen Gründen auf eine erneute Kandidatur verzichtet. Der Kölner Jurist Deckenbrock kennt durch sein ehrenamtliches Engagement, das er seit 20 Jahren international und seit 15 Jahren auch in verschiedensten Fachkommitees des europäischen Verbandes innehat, die Strukturen bestens. Schon vor Jahren wollte ihn die damalige Vorgängerorganisation EHF an höherer Stelle haben, nach Lämmles Ausscheiden, war der 49-Jährige so etwas wie der „natürliche Kandidat“ aus Deutschland. „Ich will dem Sport, den wir alle lieben, weiter dienen und verbunden sein“, beendete Christian Deckenbrock seine Bewerbungsrede und nimmt dann hinter dem Niederländer Peter Elders souverän die Abstimmungshürde.

Unter Schirmherrschaft von Mönchengladbachs Oberbürgermeister Felix Heinrichs (links) und DHB-Präsident Henning Fastrich (rechts) unterzeichnen EWMG-Geschäftsführer Ulrich Schückhaus (sitzend links) und DHB-Sportvorstand Martin Schultze (rechts daneben) den Mietvertrag. Foto: DHZ
Den zweiten Treffer des Tages landet der DHB eine Stunde vor dem Eröffnungsspiel. Da wird an der Stelle, an der in wahrscheinlich nicht mehr ferner Zukunft das Nationale Hockey Trainingszentrum (NHTZ) stehen wird, bei einem kleinen Empfang feierlich der Mietvertrag zwischen dem Bauherrn, der Städtischen Entwicklungsgesellschaft Mönchengladbach (EWMG), und dem DHB unterzeichnet. Auch wenn der heiß ersehnte Förderbescheid des 35-Millionen-Projekts (das nahezu vollständig aus Fördergeldern des Strukturfonds finanziert wird) durch das Land Nordrhein-Westfalen zwar noch aussteht, so sind die Bauplanungen längst abgeschlossen. EWMG-Geschäftsführer Ulrich Schückhaus informierte wie auch einige verantwortliche Architekten über die Besonderheiten des NHTZ, das aus Zimmereinheiten, Fitnessbereich und einer Kaltlufthalle in kompletter Großfeldgröße, samt Tribüne für bis zu 1000 Zuschauer, besteht. DHB-Präsident Henning Fastrich zeigt sich „emotional berührt“ und spricht von einem „Meilenstein für das deutsche Hockey“, mit dem man aber wiederum auch nicht mehr als „Nachteile gegenüber Topnationen wie Niederlande, Belgien oder Australien ausgleiche“, die über ähnliche Trainingsbedingungen bereits verfügen würden. „Wir freuen uns auf die nächsten Jahre hier. Mönchengladbach ist die Hockeystadt in Deutschland“, so der DHB-Präsident.

Unzählige Tänzerinnen und Tänzer machen die EM-Eröffnungsfeier zu einer regelrechten Massenbewegung. Foto: DHZ
Nach einer Eröffnungsfeier mit viel Rhythmus und Bewegung, bei der man den Eindruck haben kann, dass mehr Menschen auf dem Platz waren als auf den noch sehr spärlich besetzten Tribünen, wird dann natürlich auch Hockey gespielt. England bestreitet gegen Polen das Eröffnungsspiel. Die Briten tun sich lange Zeit schwer, gegen die voll und ganz auf Defensive setzenden Polen die Lücken zu finden. Erst nach 24 Minuten ist der stark polnische Keeper Popiolkowski erstmals geschlagen, als Albery mal freie Bahn hat. Seinen Rückhandschlag aus vollem Lauf lenkt am langen Pfosten David Goodfield zum 1:0 in den Kasten. Für eine Beruhigung auf der englischen Bank sorgt zum Ende des dritten Viertels Jacob Payton mit dem 2:0 (42.). Englands Torwart Mazarelo hatte bis dahin keinen einzigen Ball berühren müssen. Zwei späte polnische Ecken, die er mehr oder weniger mühelos entschärfen kann, bleiben sein ganzer Arbeitsnachweis. Erst in der Schlussphase treiben Phil Roper (54.), Sam Ward (E, 56.) und Thomas Sorsby (60.) das Resultat noch zum 5:0-Endstand in die Höhe.
Deutlich spannender ist da die anschließende Begegnung zwischen Deutschland und Frankreich, das die Gastgeber nach 0:2 noch zum 3:2-Sieg umbiegen können (siehe eigener Bericht).







