DEUTSCHE
HOCKEY ZEITUNG

Mit Hockey erhalten Sie wertvolle Tipps und Informationen rund um den Hockeysport.

Tag 2: Österreich bricht nach 1:0-Führung gegen Belgien komplett ein

Am zweiten Turniertag kassieren die österreichischen Herren eine böse Klatsche. Die beiden niederländischen Titelverteidiger starten ebenso mit einem Sieg wie die deutschen Damen. Und Frankreichs Herren wenden ein vorzeitiges Aus ihrer Halbfinalaussichten ab.

Den österreichischen Herren gelingt in ihrem Auftaktspiel gegen Belgien durch Josef Winkler zwar das Führungstor (15.), aber das stachelt den hochfavorisierten Gegner nur noch mehr an. Und so muss Wiederaufsteiger Österreich für sein 1:0 schon bald bitter büßen. Maxime van Oost (16.), Tom Boon (17./39.), Thibeau Stockbroekx (34.), Alexander Hendrickx (E, 35./7m, 51.), Nicolas de Kerpel (40.), Roma Duvekot (53.), Antoine Kina (57.) und Arthur de Sloover (E, 60.) machen daraus noch ein zweistelliges 10:1 (2:1) für Belgien. Für den deutschen Schiedsrichter Tim Meissner verläuft sein EM-Debüt unspektakulär. „Wir haben in der ersten Hälfte gut gespielt, aber im dritten Viertel sind wir eingebrochen. Gegen ein Team wie Belgien darf man solche Räume nicht zulassen", sagt Benjamin Kölbl, der den nach Kreuzbandriss (eine Woche vor EM-Start) verletzt zuschauenden Fabian Unterkircher als Kapitän vertritt.

 

Belgiens Roman Duvekot (links) und der Österreicher Arthur Kucera (rechts) im Duell. Nachdem der Außenseiter in Führung gegangen ist, antwortet der Favorit sehr eindrücklich. Foto: Wordsportpics

 

Erwartungsgemäß deutlich mehr ein Duell auf Augenhöhe ist das Aufeinandertreffen von Niederlande und Spanien. Die holländischen Titelverteidiger schaffen es wie zuletzt im olympischen Halbfinale (4:0), erstens ihre eigene Defensivlinie zu halten und die gefürchteten spanischen Konter meist schon im Keim zu ersticken oder zumindest vor dem eigenen Kreis zu unterbinden. Und in der Offensive hat das Oranje-Team einfach mehr zu bieten als der Gegner. Tjep Hoedemakers bringt die Niederländer mit einem Rückhandschlag aus spitzem Winkel, bei dem er Luis Calzado im spanischen Kasten tunnelt, zur 1:0-Halbzeitführung (26.). Ende des dritten Viertels erhöhen Eckenspezialist Jip Janssen mit Feldtreffer (eine Seltenheit) samt spanischer Mithilfe (40.) und Floris Middendorp mit feiner Einzelleistung im Kreis (41.) per Doppelschlag zum 3:0-Endstand. Wie damals in Paris 2024 ist auch heute Ben Göntgen bei seiner ersten Spielleitung der EM 2025 ein souveräner Schiedsrichter.

 

In der Halbzeitpause verabschiedet der Deutsche Hockey-Bund die am Vortag aus dem Executive Board von EuroHockey ausgeschiedene Gabriele Lemmle. DHB-Präsident Henning Fastrich überreicht der Münchnerin die Silberne Ehrennadel und dankt ihr für ihre wertvolle Präsenz auf europäischer Ebene wie auch ihre Mitarbeit im DHB-Beirat Vermarktung.

 

Gabriele Lemmle wird von DHB-Präsident Henning Fastrich mit der Silbernen Ehrennadel des Deutschen Hockey-Bundes ausgezeichnet.  Foto: CD

 

Titelverteidiger Niederlande eröffnet am Nachmittag den Wettbewerb der Damen. Gegner Irland geht die Sache durchaus selbstbewusst an. Doch schon nach ein paar Minuten stellt sich die zu erwartende Überlegenheit des Weltmarktführers ein. Nach neun Minuten schlägt sich das dann auch im Ergebnis nieder. Nach einem Rückhandschuss von Lisa Post lenkt Joosje Burg den zunächst von der guten Torfrau Elizabeth Murphy parierten Ball im Nachfassen ins Netz. Danach kann Irland mit viel Abwehreinsatz erstmal für längere Zeit weiteren Flurschaden verhindern. Die praktisch einzige Chance auf einen Ausgleich vergibt die „Green Army“ durch eine völlig missratene Strafecke kläglich. Wenig später macht es Yibbi Jansen auf der anderen Seite besser. Die Welthockeyspielerin schlenzt die vorletzte von acht holländischen Ecken zum 2:0 (37.) in den Kasten. Das ist dann auch der Endstand in einem Spiel, in dem der Favorit nur selten mal richtig überzeugt, andererseits aber auch nicht ansatzweise in Gefahr geraten ist, einen Punkt liegen zu lassen.

 

Die allermeisten der orangefarben gekleideten Fans, die während den beiden Partien den holländischen Teams das Stadion mit über 6000 Besuchern gut gefüllt haben, zeigen am folgenden Programm kein Interesse mehr und machen sich auf den Heimweg. Dafür finden andere den Weg ins Stadion, wo Deutschlands Damen gegen Frankreich vor rund 5000 Zuschauern der EM-Einstand mit 4:1 gelingt (siehe Extraspielbericht).

 

Zum Tagesabschluss stehen die Herren von Frankreich und Polen unter Druck, nach ihren Auftaktniederlagen sich eine Halbfinalteilnahme nicht vorzeitig ganz zu verbauen. Aufsteiger Polen setzt den favorisierten Franzosen dabei ganz schön zu. Die Bundesligaspieler Gracjan Jarzynski (HTHC) per Siebenmeter (15.) und Tomasz Bembenek (DTV) per Ecke (17.) bringen Polen zwei Mal in Führung. Auch nachdem Frankreich durch Corentin Sellier (16) und zwei Mal Victor Charlet (E, 24./7m, 29.) die Sache zum 3:2 gedreht hat, lassen sich die Osteuropäer nicht abschütteln. Wojciech Rutowski gleicht zum 3:3 (35.) aus, aber das letzte Wort haben die Franzosen: Thimothée Clément (38.) und Xavier Esmenjaud (48.) sichern dem Team von John-John Dohmen den 5:3-Sieg.