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Tag 8: Auch bei den Damen kommt es zum Final-Klassiker

Wie bei den Herren, so bringt auch das Damenturnier ein Endspiel zwischen den Niederlanden und Deutschland. Der holländische Titelverteidiger kann sich am achten Turniertag gegen Spanien im Halbfinale durchsetzen, die Heimvertretung schaltet im Anschluss Belgien aus. Perfekt ist damit das achte Damen-EM-Aufeinandertreffen der beiden historische besten europäischen Nationen.

Nach drei torlosen Gruppenspielen bricht bei Irland im ersten Spiel der Platzierungsrunde endlich der Bann. Doch trotz zwei Treffern und auch zwei Führungen gegen Schottland geht die „Green Army“ mit leeren Händen vom Platz. Die irischen Treffer von Roisin Upton (7m, 35.) und Kathryn Mullan (51.) dreht Schottland durch Charlotte Watson (7m, 49.), Amy Costello (E, 52.) und Heather McEwan (54.) noch zum 3:2-Sieg.

 

Für die mit drei Punkten aus der Gruppenphase in den Platzierungspool C gekommenen Teams von England und Frankreich geht es im direkten Aufeinandertreffen um eine Vorentscheidung um Platz fünf. Der britischen Eckenspezialistin Grace Balsdon gelingt früh das Kunststück, innerhalb einer Spielminute (7.) gleich zwei Standards im französischen Tor unterzubringen. Vor der Halbzeitpause erhöht Elena Rayer noch auf 3:0 (19.). Der französische Anschlusstreffer durch Yohanna Lhopital (32.) ist nur ein Strohfeuer, Lily Owsley per Eckenstecher (49.) und nochmals Rayer (53.) erhöhen für England zum 5:1-Endstand.

 

Das erste Halbfinale Niederlande gegen Spanien beginnt zwar wie erwartet mit holländischem Druck auf den gegnerischen Kreis. Aber nachdem die Spanierinnen die ersten heiklen Szenen heil überstanden haben, wendet sich das Blatt. Bis zur ersten Viertelpause wird der hohe Favorit erstaunlich konsequent in der eigenen Hälfte gebunden. Spanien erzeugt mit technischer Qualität, minimaler Fehlerquote und einer Portion Mut eine Feldhoheit, die nach fünf Minuten die verdiente Führung bringt. In einen Freischlag knapp außerhalb der Viertellinie hält Patricia Alvarez ihren Schläger rein und lenkt den Ball entscheidend ab – 0:1. Zwei brandgefährliche Szenen vor dem Kasten von Josine Koning folgen gleich danach. Und zum Abschluss der überraschenden Anfangsviertelstunde bekommt Alvarez einen Flankenball drei Meter vor dem Kasten nicht an den Stock, sondern nur an den Fuß. Liegt da eine Überraschung in der Luft?   

Nachträglich betrachtet Spanien hätte wohl höher als mit nur einem Tor führen müssen. Denn ein 1:0 ist einfach kein Polster, das gegen die beste Nation der Welt reicht. Mit Beginn des zweiten Viertels drängt Holland den aufmüpfigen Gegner wieder zurück in dessen Hälfte und kommt ab der 21. Minute zu seinen ersten vier Ecken. Yibbi Jansen verwandelt Versuch Nummer zwei flach links unten (22.) und Nummer drei halbhoch rechts (26.). Schon vor der Halbzeit ist die Sache mit dem 2:1 gewendet.

Yibbi Jansen bejubelt einen ihrer Strafeckentreffer. im Halbfinale gegen Spanien konnte sie das drei Mal  tun. Foto: Worldsportpics

 

Die komplette zweite Hälfte über gelingt es Spanien nicht mehr, den nun ballsicheren Gegner noch einmal in der Defensive zu binden. Das Oranje-Team lässt Spanien nicht mehr zur Entfaltung kommen, aber zumindest schaffen es die Ibererinnen mit sauberer Abwehrarbeit, im dritten Viertel weitere Ecken und andere unmittelbare Gefahr zu vermeiden. Erst im Schlussviertel erzwingen die Niederländerinnen noch zwei Ecken. Die erste von Spaniens Verteidigerin Amundson noch stark von der Linie fischen, bei der nächsten ist dann gegen die Jansen-Präzision kein Kraut gewachsen. Knapp über dem Brett schlägt ihr Schlenzball auf der Schlägerseite von Torhüterin Perez ein. Mit dem 3:1 (49.) ist die Vorentscheidung gefallen. Denn Spanien kann keinen Angriffsdruck mehr aufbauen, hat bis zum Schluss keine Ecke und keinen weiteren Torabschluss mehr.

Zum 15. Mal in 17 Auflagen steht der Olympiasieger in einem EM-Endspiel, liegt voll auf Kurs 13. Kontinentaltitel. Verhindern kann den jetzt nur noch Deutschland, denn das Gastgeberteam ringt Belgien im zweiten Halbfinale nach 1:1 im Shoot-out mit 3:2 nieder (siehe Extrabericht).