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Tag 10: Bronze für Spanien und ein wackelnder Dauersieger

Am letzten Tag holen die niederländischen Damen den erwarteten Titel. Finalgegner Deutschland bringt den Dauersieger der letzten Jahre in der zweiten Halbzeit ganz schön ins Wackeln, aber nicht zum Fallen. Die Bronzemedaille geht an Spanien.

England beendet die Platzierungsrunde mit einem 2:1-Sieg über den Inselnachbarn Irland. Tessa Howard (16.) und Darcy Bourne (31.) sichern mit ihren Toren den fünften Platz Englands im Endklassement ab. Kathryn Mullan (23.) schießt den zwischenzeitlichen Ausgleich, der letztlich aber nicht zu etwas Zählbarem reicht. Irland geht als Turnierletzter hervor. Neben vier Niederlagen steht nur der Punktgewinn vom 0:0 gegen Deutschland auf der Habenseite.

 

Über ihren zweiten Sieg in der Platzierungsrunde können sich dagegen die Schottinnen freuen. Eckentore von Sarah Robertson (34.) und Amy Costello (41.) bringen den 2:0-Erfolg über Frankreich und im Abschlussranking Platz sechs. Frankreich rutscht durch zwei verlorene Spiele im Pool C noch auf Platz sieben zurück. Das Spiel ist für die beiden deutschen Schiedsrichter Sophia Bockelmann und Ben Göntgen der letzte Auftritt bei dieser EM.

 

Clara Perez in Jubelpose. Die spanische Torhüterin wehrt im Shoot-out des Spiels um Platz 3 zwei Siebenmeter ab und sichert sich ihrem Team gegen Belgien die Bronzemedaille. Später wird Perez zurecht auch als beste EM-Torhgüterin ausgezeichnet. Foto: Worldsportpics

 

Weder ein Torspektakel noch ein spielerisches Feuerwerk bekommt das mit jeder Minute mehr sich füllende Stadion im Spiel um Platz drei zu sehen. Belgien und Spanien tun sich schwer, einen zwingenden Kombinationsfluss aufzubauen. Viele Turnovers kennzeichnen die Partie. Aus dem offenen Spiel ergeben sich nicht viele Chancen, die mit Abstand größte vergibt schon nach elf Minuten Florencia Amundson, die frei vor der Keeperin scheitert. Danach herrscht Torgefahr praktisch nur noch bei Ecken. Doch da lassen die guten Torhüterinnen Perez (Spanien) und Picard (Belgien) einfach nichts durch. Folgerichtig 0:0 heißt es nach der Schlusssirene.

Im Shoot-out wird Stephanie Vanden Borre zur tragischen Figur. Die belgische Abwehrchefin scheitert mit gleich zwei Siebenmetern, die es nach Foulspielen gegen Angreiferinnen gibt, an Clara Perez. Nach zehn Schützinnen heißt es 1:1, Ambre Ballenghiens Führung gleicht Laia Vidosa aus. Spanien darf dann im Sudden Death vorlegen, vergibt aber gleich durch Lucia Jimenez, den folgenden Matchball lässt Justine Rasir liegen. Paula Jimenez schafft dann mit dem 2:1 die erste spanische Führung, und als danach Ballenghien an Perez scheitert, ist die Entscheidung gefallen.

Spanien hat seine zweite EM-Bronzemedaille nach 2019 gewonnen. Kapitänin Xantal Gine, die sich kurz vor der Halbzeit böse das Knie umgeknickt hatte, wird von ihren Teamkameradinnen auf dem Rücken zum Empfang ihrer Bronzemedaille getragen.

 

So ergebnisoffen und umkämpft wie das „kleine Finale“ ist das anschließende auch das richtige Endspiel. Außenseiter Deutschland kann sich vor gut 9000 Zuschauern gegen die Niederlande nach 0:2-Rückstand beeindruckend ins Spiel zurückkämpfen, aber zu mehr als dem Anschlusstreffer reicht es nicht. Mit dem 2:1 kann der Topfavorit seinen fünften Kontinentaltitel in Folge und den 13 insgesamt einsacken. (siehe Extrabericht).

 

Seit 2015 ein gewohntes Bild: die Damen der Niederlande als Europameister. Auch in Mönchengladbach 2025 ist das nicht anders.  Foto: Worldsportpics

 

Mit der Siegerehrung und der Vergabe der individuellen Preise für den Damenwettbewerb gehen die zehn EM-Tage im Hockeypark zu Ende. Als Topscorer mit sechs Toren geht Yibbi Jansen hervor, die danach auch den „best player“-Preis bekommt. Als beste U21-Spielerin wird Belgiens Camille Belis ausgezeichnet, als beste Torhüterin Spaniens Clara Perez.