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Masters-EM: Riesenevent sorgt für viel Lob von höchster Stelle

Unter Beteiligung von 48 Mannschaften aus elf Ländern fanden zwischen 21. und 30. August in Ludwigsburg die World Masters Hockey European Championships 2025 für die männlichen Altersklassen M65 bis M80 statt. Diese Europameisterschaft mit australischer Gastbeteiligung (sechs Teams nahmen unter der Bezeichnung „Southern Cross“ teil) war mit insgesamt 144 angesetzten Spielen auf Großfeld und über volle Spielzeit von 4x15 Minuten, inklusive Zeitstopp bei Strafecken, die größte offizielle Masters-Veranstaltung, die jemals in Deutschland stattfand. Rund 1300 Spieler und Offizielle nahmen teil.

Rein sportlich betrachtet waren die insgesamt sechs deutschen Teams in sieben Startklassen gute und spendable Gastgeber, indem sie in allen Konkurrenzen trotz zweier Endspielbeteiligungen anderen Nationen am Ende die Siegertrophäen und Goldmedaillen überließen.

Am meisten Chancen hatte sich die jüngste deutsche Vertretung ausgerechnet. Doch ausgerechnet die M65-Mannschaft verbaute sich den Weg zu einem erhofften EM-Titel schon mit Beginn. Die unglückliche 1:2-Niederlage im Auftaktspiel gegen Belgien bekam das Team von Trainer Jens Lüninghöner nicht mehr ausgeglichen. Zwar gab es anschließende Erfolge über Spanien (2:0) und Italien (3:0), doch gegen den Titelkandidaten England musste man sich ebenfalls unglücklich mit 0:1 geschlagen geben. Damit war der Halbfinalzug ohne Deutschland abgefahren. Mit zwei Siegen in den Platzierungsspielen über Irland (1:0) und Italien (7:0) blieb am Ende wenigstens Rang fünf. Schwacher Trost: Deutschlands Topstürmer Andreas Rehder gewann mit sechs Toren die Scorerwertung seiner Altersklasse. England schlug im Endspiel Belgien deutlich mit 8:0.

Lange ohne Niederlage kämpfte sich die deutsche M70 durch ihre Konkurrenz. Das Team von Falk Heßler belegte nach 1:1 gegen England und Siegen über Wales (2:0), Belgien (3:0) und Schottland (4:1) den zweiten Gruppenplatz und schlug im Halbfinale die Niederlande 1:0. Beim Final-Wiedersehen mit England hatten die Briten diesmal den längeren Atem und gewannen mit 4:1. Detlef Bahn aus dem deutschen Silberteam war mit acht Treffern zusammen mit dem Engländer Tim Smith der erfolgreichste Torschütze.

Bei der großen Eröffnungsfeier bekamen die einlaufenden Sportler den Applaus der Offiziellen. Von links Wolfgang Hillmann (German Masters Hockey), Frank Lederbach (Präsident Hockeyverband Baden-Württemberg), Jürgen Schindler (Präsident HC Ludwigsburg), Glenn Paton (Präsident World Masters Hockey) und Matthias Knecht (OB der Stadt Ludwigsburg). Foto: HCL

 

Auch in der M75-Konkurrenz hieß das Endspiel Deutschland gegen England. Dabei war die deutsche Auswahl von Coach Kurt Layer ergebnistechnisch schwach gegen Niederlande (1:3) und England (1:4) gestartet, zeigte sich dann aber gegen Wales und Belgien (jeweils 5:0) verbessert. Das bedeutete Rang drei in der Hauptrunde des Fünferfeldes und brachte die zweitplatzierten Niederländer als Gegner im Halbfinale. Anders als im ersten Aufeinandertreffen ging diesmal Deutschland als 2:0-Sieger vom Platz, doch zu einer weiteren Überraschung gegen England sollte es nicht reichen - 1:3 und die nächste Silbermedaille für Deutschland. Volker Janik war mit sechs Toren drittbester Turnierschütze.

Für die EM-Premiere einer Ü80-Konkurrenz hatten sich vier Mannschaften gefunden. Das deutsche Team, das unter Anleitung von Hans-Werner Schrader im vorigen Herbst mit einem Testversuch in Goslar seine ersten Schritte überhaupt in diesem Altersbereich unternommen hatte, hielt sich gegen die wettkampferfahreneren Gäste aus England (1:3), Southern Cross (1:4) und Niederlande (0:3) absolut wacker und verlor auch bei drei Spielen innerhalb von fünf Tagen nie den Spaß an der Freude.

Bei den „Spirit of Masters“-Konkurrenzen (SoM) für zweite und dritte Nationalteams oder zusammengewürfelte Mannschaften (Alliance) spielte Deutschland bei der M65 und der M70 mit einem B-Team mit. Die 65er-Truppe gewann drei und verlor drei Partien. Die von Falk Heßler betreute Mannschaft wurde am Ende Siebter von neun Teilnehmern, auch hier hatte eine englische Mannschaft (LX Red) die Nase vorn. Ebenfalls den siebten Rang belegte das deutsche 70er-SoM-Team. Nach fünf Auftritten ohne eigenes Tor platzte bei den Schützlingen von Raden Tirtohusodo im Platzierungsspiel gegen Wales mit 8:0 der Knoten überdeutlich. Der erste Platz ging hier ebenso an eine Southern-Cross-Vertretung wie auch in der ohne deutsche Beteiligung laufenden M75-SoM-Konkurrenz.

 

Für eine EM-Premiere sorgten die Ü80-Mastersteams aus England (in rot) und Deutschland (in schwarz). Foto: DHZ

 

Die anwesenden Vertreter der für das Mastershockey zuständigen Verbandes World Masters Hockey, angeführt vom schottischen WMH-Präsidenten Glenn Paton, zeigten sich am Ende sehr zufrieden mit der Organisation und auch der Atmosphäre hier in Ludwigsburg. „Die WMH hat sich ausdrücklich bedankt. Was das Orga-Team und die vielen Volunteers des HC Ludwigsburg und des TSV Ludwigsburg hier auf die Beine gestellt und über neun Turniertage hinweg geboten haben, war grandios“, konnte Wolfgang Hillmann, Sprecher der deutschen Organisation German Masters Hockey, den Dank weitergeben. „Wir sind sehr happy. Es war zwar viel Arbeit, aber es hat alles geklappt und hat uns einen Riesenspaß gemacht“, sagte Daniel Weißer. Beim Clubmanager des HCL, auf dessen Vereinsanlage am Fuchshof sich ein Großteil des Events abspielte, liefen die Fäden der Ausrichtung zusammen. Zu einem harten Kern des Orga-Teams, zu dem neben Weißer noch die Clubmitarbeiter Andreas Kniebühler, Felix Schäuble und Valerie Schwarz zählten, gesellten sich täglich rund 30 ehrenamtliche Helfer. „Wir haben dabei ganz bewusst nicht auf die Dauerehrenamtlichen, die übers Jahr hinweg den normalen Trainings- und Spielbetrieb am Laufen halten, zurückgegriffen, sondern versucht, andere Leute aus dem Club zu gewinnen“, erzählte Weißer von seinen „vier Tagen am Telefon“, in denen er hilfsbereites Personal für Schichten an den verschiedenen Verkaufsständen oder bei der Teambetreuung förmlich aus dem Hut zauberte. Was mitten in den Schulsommerferien in Baden-Württemberg gewiss kein einfacher Job ist. Zumal auch große Herausforderungen seitens der WMH wie die dauerhafte Begleitung des Turnierbetriebs mit ärztlich geschultem Personal zu stemmen war. In einem einzigen Fall, als ein belgischer Ü75-Spieler auf dem Platz reanimiert und dann ins Krankenhaus gebracht werden musste (der Vorfall endete nach einer Nacht im Hospital glimpflich), zeigte sich auch die Notwendigkeit solcher Vorkehrungen.

„Gerade was die Volunteers für die Gastmannschaften mit vielen Kleinigkeiten und in diesem Alter auch manchmal außergewöhnlichen Wünschen an Unterstützung geleistet haben, war sagenhaft“, lobte Hillmann die Hilfsbereitschaft. Da auch die Fragen der Verpflegung und über ein äußerst gelungenes kulinarisches Angebot des HCL-Clubwirts Frank Gulewitsch bestens gelöst wurden, fühlten sich in der Barockstadt letztlich alle pudelwohl.

Das alles ist umso erstaunlicher, als Ludwigsburg gar nicht als ursprünglicher Austragungsort der Masters-EM 2025 vorgesehen war. Doch die Pläne, dieses Event ans Ende der Damen/Herren-EM in Mönchengladbach anzudocken, erwiesen sich aus logistischen Gründen als nicht realisierbar. Ende 2024 kam die Anfrage dann an den HCL. „Nach unseren guten Erfahrungen vom nationalen Masters-Frühjahrstreff 2024 in Ludwigsburg kam das für uns als Lösung infrage“, erzählt Hillmann den Werdegang. Bei HCL-Clubchef Jürgen Schindler und Macher Daniel Weißer brauchte es nicht lange, ehe Grünes Licht kam. „Das ist zwar eine große Herausforderung, aber gleichzeitig auch eine Chance, die Wahrnehmung von Hockey in unserer Stadt noch größer zu machen“, so Weißer. Tatsächlich wurde es die größte Sportveranstaltung, die Ludwigsburg in den letzten 17 Jahren erlebt hat. Und die durch ihren harmonischen Verlauf sicher noch eine Weile auch bei den Stadtvertretern um OB Matthias Knecht positiv nachhallen dürfte.  lim


Willkommene Gäste aus Australien waren die insgesamt sechs Southern-Cross-Teams. Foto: HCL

 

Platzierungen:

M65: 1.England, 2. Belgien, 3. Niederlande, 4. Schottland, 5. Deutschland, 6. Italien, 7./8. Frankreich und Spanien.

M70: 1.England, 2. Deutschland, 3. Spanien, 4. Niederlande, 5. Irland, 6. Wales, 7. Schottland, 8. Frankreich, 9. Belgien

M75: 1. England, 2. Deutschland, 3. Niederlande, 4. Wales, 5. Belgien

M80: 1. England, 2. Niederlande, 3. Southern Cross, 4. Deutschland

M65 SoM: 1. LX Red, 2. Niederlande B, 3. England B, 4. Southern Cross Blue, 5. LX White, 6. Niederlande C, 7. Deutschland B, 8. Southern Cross Green, 9. Alliance

M70 SoM: 1. Southern Cross Blue, 2. LX White, 3. LX Red, 4. Niederlande B, 5. Southern Cross Green, 6. Alliance, 7. Deutschland B, 8. Wales

M75 SoM: 1. Southern Cross, 2. England B, 3. Alliance A, 4. Alliance B, 5. Southern Cross M80

 

 

Die deutschen Teams in Ludwigsburg:

M65: GEISLER Volker, SIEVERS Sven-Peter, REHDER Andreas, KUHNT Wolfram, WÜTERICH Christoph, BONANNI Berthold, JEDNAT Günter, LAHR Jürgen, MENZEL Uwe, SCHMIDT Stefan, AHMAD Ejaz, HOCHSPACH Robert, ZWICKER Detlef, RASCH Roland, FREDERSHAUSEN Michael, FREGE Michael, GELDSETZER Klaus

M70: STÖPPLER Joachim, BAHN Detlef, HÖLZER Harry, TEICHELKAMP Manfred, HARTMANN Lutz-Olaf, REGGELIN Thomas, KLIESS Uwe, MÜLLGES Michael, SCHMIDT Dieter, BORNEMANN Jochen, BERGER Lothar, MANKA Miroslaw, PAßEN Willi, VOSSEN Rainer, BREß Hartmut, ROTH Peter, GESCHE Michael, WIENHOLD Christian

M75: WOLF Bernd, BREIER Erhard, POTTLE Terry, REISSER Wolfgang, GIERCKE Nicolaus, ENGELHARD Wolfgang, RIEHN Dieter, MÜLLER Hans-Peter, ROCHLITZ Thomas, BRAUNS Uli, RAMMELT Ronald, JANIK Volker, HOFFMANN Horst-Dieter, ZUDEICK Peter, ZAPP Thomas.

M80: RUOSS Horst, SCHUMBURG Dieter, SCOTTI Dieter, WORMSBÄCHER Michael, ANGERMANN Horst, SCHMITT Ewald, SOHNI Albert, HAUTZEL Bernd, KÄSCHE Heinz, TREMMEL Fritz, WOLFF Hinrich, BRADE Frank, WENGENROTH Horst-Jürgen, BRAUN Lothar, GOTTWALD Herbert, TOPP Heinz, SCHARPING Gerd

M65 SoM: DUDA Heinrich, FRIEDLAENDER Thomas, KÖRSCHGEN Peter, SCHABEL Klaus, SONNTAG Lutz, TEGTMEYER Dietrich, SEUM Michael, THöNIßEN Hans, NEULAND Ernst, FISCHER Ralf, JÜLICHER Knud, THIES Alexander, FISCHER Thomas, HÜBBE Andreas, BILLHÖFER Reinhold, BRANDT Ferdinand, FÜSSER Bernd, EWERT Jens.

M70 SoM: WEILER Wolfgang, BACHMANN Gerd, SCHLEINING Bernd, HILLMANN Wolfgang, SCHRADER Hans-Werner, WINNALL Stephen, MERZ Konstantin, DIETERICH Bernhard, BRANDAU Hans-Jochen, BÜCHSLER Klaus, HAGEN Thomas, WARNS Thomas, vom KOLKE Engelbert, DIENER Fredy, SINGH Rajinder, OFFERMANNS Peter, KAUFMANN Alfred, DEMUTH Michael