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Shoot-out entscheidet ganz oft über Titelträume

16.12.2025 

Wenn beim Deutschen Hockey-Bund jemand darauf spekuliert haben sollte, mit einem Gesamtsieg der Pro-League-Saison 2025/26 die erstmögliche Gelegenheit für die Qualifikation zum olympischen Hockeyturnier 2028 nutzen zu können, so ist dieser Gedanke womöglich ganz schnell als erledigt zu betrachten. Auf weiblicher Seite verbittet sich solch eine Vorstellung angesichts der Matchverhältnisse im internationalen Damenhockey eigentlich von vornherein (der Saisonauftakt in Argentinien bestätigt das), und auch bei den Herren gehört viel Optimismus dazu, nach dem deutschen Fehlstart in Dublin mit drei krachenden Niederlagen aus vier Spielen noch wirklich darauf zu setzen.

Sportlich deutlich erfolgreicher lief es zuletzt im U21-Bereich. Die Juniorinnen haben mit fünf Siegen aus sechs Spielen eine gute Weltmeisterschaft gespielt, auch wenn das Ziel einer Medaille durch eine unglückliche Viertelfinal-Konstellation (ohne eigenes „Verschulden“) in Chile verpasst wurde und damit am Ende maximal Platz fünf herausspringen konnte. Noch besser lief es bei den Junioren. Sie haben in Indien zwar nur manchmal spielerisch geglänzt (wie beim 5:1 im Halbfinale über Indien mit einer gigantischen Leistung), sich aber eben auch dann behauptet, wenn harte Arbeit und Leidensfähigkeit gefragt waren. Letztlich ist der Mannschaft gelungen, was auch den Honamas bei der EM glückte: im Finale einem zeitweise dominanten Gegner zu widerstehen und ihn dann im Shoot-out mental stark zu bezwingen. Was die U21-Bundestrainer zur WM 2025 sagen, haben wir in der Magazinausgabe der Deutschen Hockey Zeitung zusammengetragen (DHZ 42).

 

Allen vier großen internationalen Titeln, die deutsche Nationalmannschaften im Hockeyjahr 2025 gewonnen haben, ging ein erfolgreiches Shoot-out voraus. Weil die Endspiele der Hallen-WM, der U18-EM, der Herren-Feld-EM und der Junioren-WM allesamt unentschieden nach Ablauf der normalen Spielzeit standen, mussten die Penaltys über Triumph und Trauer entscheiden. In den genannten vier Finals behielten deutsche Schützen und ihre Torhüter (hier Joshua Onyekwue Nnaji im Hallen-WM-Endspiel gegen den Österreicher Sebastian Eitenberger) die Oberhand. Foto: Worldsportpics 

 

Wie oft Shoot-outs über Gelingen und Verpassen von Titelträumen entscheiden, wird erst so richtig wieder bewusst, wenn man das Hockeyjahr rekapituliert, wie wir es in unserem Jahresrückblick 2025 getan haben. Alle vier großen Titel, die deutsche Nationalteams in diesem Jahr errungen haben (Hallen-WM, U18-EM, Feld-EM, U21-WM) wurden erst durch erfolgreich gestaltete Penalty-Duelle möglich. Natürlich haben DHB-Teams in der Vergangenheit auch schon schmerzliche Niederlagen im Shoot-out erlitten (Damen-WM-Halbfinale 2022, Herren-EM-Halbfinale 2023 und Olympia-Endspiel 2024), aber in einer Gesamtstatistik dürfen wir uns, mit der deutschen Brille betrachtet, wahrlich nicht beklagen.

Mit dieser DHZ-Ausgabe 42 verabschieden wir uns ins nächste Jahr. Im Namen des DHZ-Verlages bedanke ich mich für Ihr Interesse und ihre Treue und wünsche frohe Festtage. Am 7. Januar 2026 melden wir uns, gerade rechtzeitig vor der Hallen-EM in Heidelberg, zurück.

Uli Meyer

 

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