10.02.2026
Ganz früher war es das ausschließliche Vorrecht der anwesenden Journalisten, bei den Deutschen Hallenmeisterschaften den besten Spieler zu bestimmen. Was kein Wunder ist. Schließlich hatte die Idee, einen bestimmten Akteur am Ende des DM-Events mit einem Sonderpreis zu ehren, ein Journalist. Der aus dem Fernsehen bekannte und 2014 verstorbene NDR-Mann Fritz Klein, zeitlebens dem Hockey zugeneigt und zwischen 1993 und 1997 sogar Präsidiumsmitglied im Deutschen Hockey-Bund, stiftete 1978 die Silberne Kugel. Peter Trump, die Frankenthaler Hockeylegende und Olympiasieger 1972, war damals der erste Empfänger der Kugel. Glücklicherweise nur drei Jahre später folgte für die weibliche Seite ein Äquivalent. Weltmeisterin (1981) Susi Schmid war 1981 die erste Preisträgerin der Silbernen Kanne, die vom Heidelberger Dr. Philipp Oberle gespendet wurde.
Die Zeiten haben sich gewandelt. Was früher die Silberne Kugel und die Silberne Kanne waren, ist fast ein halbes Jahrhundert später eine moderne Acrylskulptur mit zwei gekreuzten Hockeyschlägern und einem Ball in der Mitte. Es heißt auch nicht mehr „Bester Spieler“ oder „Beste Spielerin“, sondern man ehrt die herausragenden, sportlich wichtigsten Köpfe eines Final-Four-Events als „Most Valuable Player“ (MVP).

Selin Oruz bekam die MVP-Trophäe von Carlos Gómez-Sáez, dem CEO von Hockeyligapartner VR-Payment, und Hockeyliga-Mitarbeiteron Kim Jetter ausgehändigt. Gewählt wurde Oruz im Übrigen über ein Community-Voting. Erstmals wurde das breite Publikum in den Findungsprozess der besten DM-Spielerinnen und -Spieler maßgeblich eingebunden. Foto: Worldsportpics
Geändert hat sich auch die Methode der Auswahl, wie ein solcher MVP ermittelt wird. Seit Gründung der Hockeyliga und mit Übernahme der Bundesliga-Zuständigkeit 2021 war es ganz die Sache des Hockeyliga-Präsidiums, eine Spielerin und einen Spieler zu finden, teilweise wurden – ganz informell – auch mal anwesende Bundestrainer oder andere Trainerkoryphäen zu Rate gezogen. Das Final-Four 2026 erlebte nun einen völlig neuen Weg. Angestoßen von der Hockeyliga und in enger Kooperation mit dem Medienpartner Dyn wurde ein sogenanntes Community-Voting ins Leben gerufen. Zuschauer in der Halle, vor den Streaming-Schirmen und in den Sozialen Netzwerken waren aufgefordert, bis Samstagabend – und mit den frischen Eindrücken der Halbfinalspiele – personelle Vorschläge einzureichen. Daraus ermittelten dann die Hockeyliga-Mitarbeiter die finalen vier Kandidatinnen und Kandidaten für die MVP-Trophäen 2026. Online konnte abgestimmt werden, gut gepusht von den Dyn-Kommentatoren und dem Hallensprecher, sogar bis kurz vor der Siegerehrung.
Erste Gewinner über dieses Community-Voting wurden Selin Oruz und Liam Holdermann. Ein klein wenig hat bestimmt deren große persönliche Fan-Base geholfen. Oruz als die Ikone des Düsseldorfer Hockeysports und Holdermann mit Verbundenheit in gleich zwei Clubs: dem Berliner HC und seinem seit Sommer neuen Verein UHC Hamburg. Zum Glück geht es aber nicht nur nach Followerzahlen. Die beiden Sieger gehörten sportlich zweifellos zu den hervorstechenden Persönlichkeiten des Final-Four 2026.
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