Die bisherige DHB-Alumni-Familie ist zu Jahresbeginn vom Verein Eintrikot abgelöst worden. Die Gemeinschaft ehemaliger Nationalspielerinnen und -spieler hat nicht nur den Namen gewechselt, sondern will künftig auch mehr sein.
Mit Christoph Menke als Sportdirektor des Deutschen Hockey-Bundes kam vor rund fünf Jahren das Thema Alumni-Familie im deutschen Hockey auf. Menkes Idee und Initiative, frühere Nationalspielerinnen und -spieler nach unterschiedlich langer Abstinenz zu ihrer aktiven Zeit wieder näher an ihren einstigen Lieblingssport zurückzubringen, brachte immerhin rund 500 Personen auf eine Liste. Einige davon machten auch den nächsten Schritt mit, indem sie der ein oder anderen Einladung folgten, beispielsweise zu einer Zusammenkunft anlässlich eines Hockey-Großevents in Deutschland wie der EM 2023 oder 2025 in Mönchengladbach, einem Pro-League-Spieltag 2025 in Berlin oder bei einer der DM-Endrunden.
Als Menke im Oktober 2022 den DHB verließ, führten „Erben“ wie Björn Emmerling (Foto) als Beiratsmitglied die Initiative noch eine gewisse Zeit im bisherigen Sinne fort. Doch im Doppel-Weltmeister (2002/2006) aus Hanau gärte schon länger der Gedanke, aus dem „losen Netzwerk“ der Ehemaligen etwas anderes machen zu wollen. Mit ein paar Mitstreitern habe er sich 2025 zusammengesetzt und „alle Optionen auf den Tisch gelegt“, die – so Emmerling – von "Aufgabe" bis hin zu "Neustart" unter neuer Ausrichtung reichten.
Dieser Prozess hat schließlich Ende 2025 zur Gründung von Eintrikot e.V. geführt, mit Andreas Arntzen, Uschi Schmitz, Fanny Rinne, Markus Weise, Natascha Keller, Wibke Weisel und Björn Emmerling als den sieben Gründungsmitgliedern. Emmerling fungiert als 1.Vorsitzender und bildet zusammen mit Ex-Bundestrainer Weise als 2.Vorsitzender und Olympiasiegerin Rinne als Schatzmeisterin den Vorstand.
„Wir sind keine neue Idee. Wir sind die Weiterentwicklung dessen, was die DHB Alumni Familie begonnen hat“, betonen die Initiatoren.

Der Vereinsvorsitzende Björn Emmerling trug selber 256 Mal das Nationaltrikot, nahm an drei Olympischen Spielen teil (1996, 2000, 2004) und wurde zwei Mal Weltmeister (2002, 2006). Foto: DHB
Die Namensgründung des Vereins geht auf das zurück, was alle eint: das (National-)Trikot. „Ein Trikot verbindet uns ein Leben lang“, sagen Emmerling & Co. und leiten daraus ab: „Wer das Trikot der Nationalmannschaft einmal getragen hat, kennt dieses Gefühl. Du bist Teil von etwas Größerem. Du leihst es dir. Für einen Moment. Für eine Karriere. Und dann gibst du es weiter an die nächste Generation.“
Mitglied im Verein kann jede(r) werden, die/der zumindest ein Länderspiel für Deutschland bestritten hat, entweder in der Jugend, der U21, den A-Teams (Damen/Herren) oder bei den Masters-Nationalmannschaften.
„Jeder, der mal gespielt hat“, sagt Emmerling, „kann sich hier engagieren, und zwar in unterschiedlichster Form.“ Neben einem Jahresbeitrag von 50 Euro als Grundsockel steht es jedem frei, einen nach oben offenen Betrag zu spenden. „Alles geht direkt in Projekte, die den Leistungssport stärken. Ohne Zwischenstationen. Ohne Verluste. Unser Herz schlägt für die Menschen im Trikot“, verspricht der Vorsitzende, ohne dabei ein Erfüllungsgehilfe sein zu wollen für alles, was der DHB nicht für den Betrieb seiner Nationalmannschaften finanzieren kann.
Letztlich geht es Eintrikot e.V. um den Aufbau eines Art Generationenvertrags. Auch derzeit aktive Spielerinnen und Spieler können ohne Zahlung („Eure Leistung ist euer Beitrag“) dem Verein beitreten.
Formuliert wurde vom Verein auch eine „Vision 2030“. Darin heißt es: „Bis 2030 ist Eintrikot eine starke, selbsttragende Community, die alle deutschen Hockey-Nationalteams finanziell, strukturell und persönlich unterstützt.“
Man wolle Eintrikot "in der Hockeywelt sichtbar machen. Wir wollen Partner gewinnen und Formate entwickeln, aus denen etwas wächst".
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