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Kein „zweiter Appel“, aber geholfen hat der aktuelle Fremdgänger trotzdem

28.07.2026

Zu einem zweiten Mark Appel hat es Julijan Cerkez nicht gebracht. Appel war im Dezember 2017 der erste (und bislang einzige) Torhüter einer deutschen Hockey-Nationalmannschaft, der als Feldspieler-Fremdgänger ein Tor in einem offiziellen Länderspiel erzielt hat. Der Appel-Treffer im Spiel um Platz drei beim World-League-Finalturnier im indischen Bhubaneswar (Deutschlands Herren verloren 1:2 gegen die Gastgeber) hat es damals ob seiner Kuriosität sogar bis in die Bild-Zeitung geschafft.

Wo ist der Bezug zur Aktualität? Ganz einfach. Im zweiten Gruppenspiel der laufenden U21-Europameisterschaft in Valencia kam am Montag erneut ein Torhüter eines DHB-Auswahlteams als Feldspieler zum Einsatz. Eingangs erwähnter Julijan Cerkez half in der zweiten Halbzeit des Frankreich-Spiels als Stürmer aus, um seinen dezimierten Teamkollegen bei Temperaturen über 30 Grad ein paar mehr Verschnaufpausen auf der Mannschaftsbank zu verschaffen. Ein Torerfolg wie einst Appel ist Cerkez nicht gelungen, trotzdem hat er geholfen. Der Hintergrund der Aktion ist ziemlich der gleiche wie vor knapp neun Jahren in Indien. Der deutsche Kader war durch Magen-Darm-Infekte (und diesmal auch noch eine Bänderverletzung) erheblich geschwächt, gleich mehrere Spieler konnten nicht mehr eingesetzt werden. Wie damals in Indien half erneut der Ansatz, keinen zweiten Torhüter tatenlos auf der Ersatzbank zu „verschwenden“, wenn auf den zehn zu besetzenden Feldpositionen „Not am Mann“ herrscht.

Die beiden deutschen U21-Torhüter Jasper Ditzer (links) und Julijan Cerkez (rechts) waren im EM-Gruppenspiel gegen Frankreich beide im Einsatz: Stammkeeper Ditzer wie gewohnt zwischen den Pfosten, der zweite Schlussmann Cerkez lief in der zweiten Halbzeit als Stürmer auf, um die wegen Magen-Darm-Infekten geschwächte Personaldecke ein wenig zu entlasten. Foto: Worldsportpics

 

Dass die von Ausfällen gebeutelten DHB-Junioren sich gegen die starken Gegner Belgien und Frankreich trotzdem durchsetzen konnten und vorzeitig im EM-Halbfinale stehen, ist angesichts der Umstände umso höher zu bewerten. Aber für den weiteren Weg im Turnier wäre es natürlich wünschenswert, dass alle Akteure möglichst bald wieder vollständig gesunden und dann wieder voll einsatzfähig sind. Die ebenfalls in Valencia spielenden deutschen Juniorinnen sind von solchen Vorfällen bislang zum Glück verschont geblieben.

Themenwechsel. Den Videobeweis bei jedem Feldspiel der 1. Bundesliga einsetzen zu können, wie es der UHC Hamburg per Antrag an die Mitgliederversammlung des Hockeyliga e.V. gefordert hatte, wird zur kommenden Saison 2026/27 nicht klappen. Der UHC-Antrag wäre in der Kürze der Zeit aus mehreren Gründen nicht flächendeckend umsetzbar, sagte Hockeyliga-Geschäftsführer Manuel Wilhelm dieser Tage im Hockey-Podcast „Viertelpause“. Aber das Thema werde in einer Arbeitsgruppe weiterverfolgt. Schließlich bestehe das grundsätzliche Interesse, den Ligabetrieb weiter zu professionalisieren. Einen kleinen Fortschritt in Sachen Videobeweis konnte Wilhelm dennoch vermelden: Beim nächsten Hallen-Final-Four (6./7. Februar 2027 in Frankfurt) wird erstmals in der Geschichte einer Hallen-DM das Instrument VAR zum Einsatz kommen.

 

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