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U18/U16-Sommerturniere: Starke Bilanz mit drei Turniersiegen und einem zweiten Platz

Einen fast maximal erfolgreichen Saisonhöhepunkt legten die deutschen U18- und U16-Nationalmannschaften hin. Bei den Acht-Nationen-Sommerturnieren in Spanien, Irland und Polen holten die vier Nachwuchsmannschaften des Deutschen Hockey-Bundes Mitte Juli drei Siegerpokale und einen zweiten Platz. Von insgesamt 20 Spielen mit deutscher Beteiligung wurden 17 von den DHB-Teams gewonnen, dazu kamen zwei Unentschieden und lediglich eine Niederlage.

 

Diese einzige Niederlage resultierte aus dem Endspiel der Weiblichen U18 im spanischen Alcala La Real bei Granada. Dort musste sich die Mannschaft von WU18-Bundestrainerin Corinna Zerbs mit 0:2 den Niederlanden geschlagen geben. Und selbst in dieser Partie war mehr drin, denn nach dem Führungstreffer des Oranje-Teams nach Strafecke (18.) übernahm zunehmend die deutsche Mannschaft das Kommando und hätte sich zumindest den Ausgleich mehr als verdient gehabt. Neun Minuten vor Ende platze der zweite Treffer des Gegners in die deutsche Drangphase und entschied letztlich die Partie.

Davor hatte sich Deutschland mit einem 7:0 über Schottland (Tore: Kamp 2, Zeitler 2, Kunze, Morgenstern, Rehmet), einem 4:0 über England (Tore: Halder 2, Seifert, Kunze) und einem 1:1 gegen Gastgeber (Tor: Halder) den Gruppensieg gesichert. Im Halbfinale gegen Belgien brachte ein Eckennachschusstreffer von Charlotte Rehmet Mitte der zweiten Halbzeit zum 1:0-Endstand den Einzug ins Endspiel.

Für die DHZ zog Corinna Zerbs ein Turnierfazit. „Wir hatten ja in der Vorbereitung kein Spiel gewinnen können und waren entsprechend gespannt, wie es dann im Turnier für uns laufen möge. Ich finde, die Mädels haben das in Spanien mega-gut gemacht. Wir haben unser Spielsystem perfekt weiterentwickelt. Mit unserer Variation zwischen Mann- und Raumdeckung kamen unsere Gegner nicht gut zurecht. Im ersten Spiel gegen Schottland haben wir ein bisschen gebraucht, um reinzufinden. Gegen England haben wir ganz wenig zugelassen und waren vorne sehr effektiv. Gegen Spanien hatten wir in der ersten Halbzeit Probleme und waren in der zweiten dann klar besser. Im Halbfinale gegen Belgien war das Spielglück in einer ausgeglichenen Partie mehr bei uns, hier darf man auch die ausgezeichneten Leistungen unserer Torhüterinnen hervorheben. Im Finale gegen die Niederlande haben wir ein unglückliches Eckentor bekommen. Dann machen wir das Spiel, aber verpassen den Moment, den Ausgleich zu schießen. Sogar eine Führung wäre möglich gewesen. Trotz der Niederlage war das unser bestes Spiel, schließlich haben wir gegen den gleichen Gegner in der Vorbereitung zweimal mit 0:6 verloren und hatten dabei kaum eine Chance. Das Finale zeigt unsere klare Steigerung, damit können wir auch zufrieden sein. Mit Rosa Kunze ist auch eine sehr starke Spielerin noch zum Sommerturnier dazugekommen. Sie hat uns als Team enorm weitergebracht. Steigerungspotenzial für die Zukunft haben wir bei der Effizienz in beiden Schusskreisen und bei Strafecken.“

 

 

 

Die Weibliche U18 in Alcala La Real. Von links, stehend: Co-Trainer Peter Maschke, Physio Adrian Löffler, Teammanagerin Michaela Scheibe, Bundestrainerin Corinna Zerbs, Charlotte Rehmet, Mai Steinebach, Luisa Zuther, Hannah Reichert, Jule Morgenstern, Nike Kallinich, Ruth Halder, Nelli Zeitler, Physio Lisa Scheigenpflug, Co-Trainer Paul Bonsiep, Arzt Sebastian Rossbach; vorne: Charlotte Wellner, Rosa Kunze, Florentine Kamp, Nelly Ommert, Katharina Seifert, Nelli Zeitler, Philippa Wulf, Lily Ekine, Ella Mylius, Johanna Warnecke. Foto: DHB

 

Makellos stürmte am gleichen südspanischen Ort die Männliche U18 zum Turniersieg. Die Mannschaft von MU18-Bundestrainer Paul Koch begann mit einem 5:0 über Irland (Tore: Stauder 2, Hess, Glander, van Gessel), es folgte ein knappes 3:2 gegen Belgien (Tore: Zumhagen, Stauder, Green), ehe mit einem 12:1 über das Gastteam aus Kanada (Tore: de Boer 2, Glander 2, Warweg 2, Stauder 2, Zumhagen, Hess, Cazin, C.Möltgen) der Gruppensieg endgültig festgemacht wurde. Im Halbfinale wurde gegen die Niederlande ein 0:1-Pausenrückstand durch Tore von Julius Stauder (2) und Ben Möltgen noch zum 3:1-Sieg gedreht. Im Endspiel gegen Belgien brachten Eckentreffer von Luca Zumhagen (2) und Moritz Cazin einen 3:0-Vorsprung, den Belgien erst am Ende noch geringfügig zum 3:1-Endstand verknappen konnte.

Damit beendete die deutsche Mannschaft die komplette Saison ungeschlagen. Keines von 17 Spielen ging verloren. „Die Ergebnisse und auch die unfassbar tollen Leistungen der Mannschaft mit vielen eingesetzten Spielern über die gesamte Saison stimmen mich sehr, sehr zufrieden. Das hat auch für Eindruck bei den Gegnern gesorgt“, zog Paul Koch gegenüber der DHZ sein Saisonfazit. Zum Turnier in Spanien merkte er noch an: „Wir haben hier sehr reifes, erwachsenen Hockey gespielt. Auch wenn es immer wieder auch individuelle Momente einzelner Spieler waren, so haben wir vor allem als Mannschaft performt. Jahr für Jahr schaffen wir es in der MU18 immer wieder, viele Spieler zu haben, die im Verein schon viel Bundesligaerfahrung sammeln konnten oder Führungsspieler in ihren Zweitligateams sind. Dieser Aspekt war dieses Jahr gefühlt noch ausgeprägter als zuvor und wirklich ein großer Vorteil für uns. Die Niederlande hat uns im Halbfinale mit ihrer Energie körperlich stark gefordert, aber in der zweiten Halbzeit haben wir dann klar die Kontrolle übernommen und verdient gewonnen. Unser Finalgegner Belgien hatte sich beim sechsten Aufeinandertreffen in diesem Jahr viel vorgenommen, um uns erstmals schlagen zu können. In der ersten Hälfte nutzte der Gegner seine Chancen nicht, ab dem zweiten Viertel wurde unsere Ecke stabiler, und wir schaffen mit zwei direkten Ecken die Führung. Auch ohne weiteres Tor war das dritte Viertel unser bestes, ehe wir mit einem Eckennachschuss auf 3:0 erhöhen konnten und dann Belgien dann auch noch zu einem Tor kam.“

 

 

 

Die Männliche U18 in Alcala La Real. Von links, hinten: Teammanagerin Helen Friede, Co-Trainer Moritz Schmidt-Opper, Julius Stauder, Carl Möltgen, Luca Zumhagen, Tim Green, Moritz Cazin, Warner van Gessel, Leo Hess (davor), Oskar Gomes, Christopher Jung, Max Glander, Philipp Zons, Bundestrainer Paul Koch, Physio Fabian Humpfer; vorne: Ben Möltgen, Caius Warweg, Mark Corominas, Henry Kunz, Hellwart de Boer, Max Krueger. Foto: DHB

 

 

Im irischen Cork suchten die acht besten Nationen der Weiblichen U16 ihren inoffiziellen Europameister. Deutschland begann das Turnier mit einem souveränen 9:0 über Polen (Tore: Stahl 3, Pudlo 2, Lahrtz, Carl, Hinz, Gauer), auch das anschließende 7:1 über Schottland (Tore: Stahl 2, Gauer 2, Boeser, Bauer, Goldschmidt) ließ nichts an Deutlichkeit vermissen. Im Spiel um den Gruppensieg rang Belgien der Mannschaft von WU16-Bundestrainer Markus Lonnes ein ebenbürtiges Spiel ab. Mit ihrem Ausgleichstor zum 1:1-Endstand rettete Lena Goldschmidt der DHB-Auswahl den ersten Tabellenplatz.

Im Halbfinale gegen England ließen die deutschen Mädchen dem Gegner wenig Chancen und zogen durch Treffer von Anna Bauer, Rachel Brüderlink und Hannah Boeser mit 3:0 ins Endspiel ein, wo die Niederlande der Widersacher war. Josephine Stahl per Ecke und Wilma Carl legten ein 2:0 vor, das kurz vor Ende noch durch ein traumhaftes Stahl-Solo samt erfolgreichem Abschluss zum 3:0 ausgebaut wurde. Auch das Eckenverhältnis von 14:2 unterstreicht die Überlegenheit der deutschen Mannschaft als hochverdienter Turniersieger.

Markus Lonnes konnte ein zufriedenes Turnier- und Saisonfazit ziehen: „Über die gesamte Saison über wir haben gegen alle europäischen Top-Mannschaften mehrmals gespielt und haben das ganze Jahr über kein einziges Spiel verloren. Dass wir spielerisch die im Moment stärkste Mannschaft in der Jahreskonstellation sind, das wussten wir vorher, und was sicherlich entscheidend für das Turnier war, war die Tatsache, dass wir uns im Lauf des Jahres spielerisch extrem entwickelt haben. Die Mädels haben ihre individuellen Qualitäten, die sie auf unterschiedlichste Art und Weise besitzen, voll in das Team eingebracht und genutzt. Dadurch haben wir uns ein sehr schönes offensives Hockey angeeignet. Aber entscheidend war, dass wir jetzt auch über das Turnier hinweg eine Mentalität entwickelt haben im Team, mit der die Mädels auch schwierige Momente bestehen und dann den Erfolg umsetzen können. Das Schlüsselspiel für mich war das letzte Gruppenspiel gegen Belgien, weil wir da nicht so gut performt haben und uns trotzdem rausgezogen haben und daraus für die beiden „do or die“-Spiele eine Menge gelernt haben. Die beste Performance der Mannschaft war mit Sicherheit im Halbfinale und im Finale, und das zeigt dann halt auch die Qualität der Truppe. Ich möchte auch betonen, dass da neben den 18, die das Turnier gespielt haben, noch ein paar Spielerinnen im Hintergrund sind, die leider nicht nominiert wurden, aber trotzdem sehr zur Entwicklung dieser Mannschaft beigetragen haben und auch, was die Entwicklung dieser Jahrgangskonstellation für die Zukunft angeht, immer noch eine große Rolle spielen. Das ist mir wichtig.“

 

Die Weibliche U16 in Cork. Von links, hinten: Oliver Nesges (Athletiktrainer), Clara Marie Schmidt, Valerie Pudlo, Linn-Marie Nerbe, dahinter Mark Spieker (Co-Trainer), Rachel Brüderlink, Markus Lonnes (Bundestrainer), Laura Arlinghaus, Lotta Behringer, Marie Schroers, Anna Gauer, Annabelle Grün, Fabian Fritsche (Co-Trainer), Chiara Baumann (Teamärztin), Anna Strobel (Physiotherapeutin), Marion Büffor (Teammanagerin); vorne: Lena Goldschmidt, Anna Bauer, Katharina Rödl, Wilma Carl, Josephine Stahl, Philippa Lahrtz, Hannah Boeser, Leonie Hinz, Zoe Brewko. Foto: DHB

 

 

Nach Polen zog es die besten europäischen Nationen mit ihren Teams der Männlichen U16, wobei die Gastgeber vereinbarungsgemäß mit einer U18-Vertretung teilnehmen durfte. Deutschland startete souverän mit einem 7:0 über Schottland (Tore: Schaarschmidt 2, Tietz, Schymik, Bunzel, Zeuzem, Polonius). Deutlich enger verliefen die beiden weiteren Gruppenspiele gegen England und Spanien. Die Briten konnten nach Rückstand durch Tore von Louis Zeuzem (2) und Henri Schaarschmidt mit 3:2 niedergehalten werden, und gegen die Iberer wurde ebenfalls ein Rückstand (diesmal sogar 0:2) durch Treffer von Schaarschmidt (2), Zeuzem und Leonard Huber noch zum 4:3-Sieg gedreht.

Im Halbfinale gegen die Niederlande ließ sich die Mannschaft von MU16-Bundestrainer Adrian Cock auch von einer einstündigen Gewitterpause nicht aus dem Konzept bringen. Zeuzem (2), Schaarschmidt und Fynn Dahm sorgten letztlich für den 4:1-Erfolg. Gegen den Endspielgegner Belgien lag Deutschland zweimal in Rückstand und fand über drei Viertel des Finals auch nicht richtig in den Tritt. Doch wie schon im Spanien-Spiel bewies der deutsche Nachwuchs Comeback-Qualitäten. Huber und Schaarschmidt egalisierten, und acht Sekunden vor der Schlusssirene bescherte Leonard Huber den Treffer zum 3:2-Sieg.

Sein Turnierfazit formulierte Adrian Kock wie folgt: „Es war ein hartes Stück Arbeit. Bereits im zweiten Gruppenspiel war unsere Comeback-Qualität gefordert, und insgesamt haben wir drei unserer fünf Spiele nach Rückstand noch gewonnen. Das zeigt, wie sehr die Mannschaft bis zum Schluss an sich geglaubt hat und jedes Spiel unbedingt gewinnen wollte. Gleichzeitig hat das Turnier aber auch gezeigt, dass wir immer wieder Probleme hatten, gut ins Spiel zu finden und von Beginn an selbstbewusst sowie dominant unseren Matchplan umzusetzen. Ich habe vor dem Turnier gesagt: Es gibt nur ein Team, das uns schlagen kann, und das sind wir selbst. Genau das hat sich bestätigt. Mit Spanien, Belgien und den Niederlanden hatten wir starke Gegner. Auch gegen die Niederlande hätten wir bereits nach drei Minuten in Rückstand geraten können. Gefährlich wurde es aber immer dann, wenn wir selbst verunsichert waren oder nicht klar strukturiert Hockey gespielt haben. Ein großer Vorteil war unsere taktische Flexibilität. Wir waren das einzige Team, das konsequent zwischen Mann- und Raumdeckung wechseln konnte. Dadurch wussten unsere Gegner oft nicht, worauf sie sich einstellen mussten. An dieser Stelle möchte ich auch meinen Co-Trainer Johannes Persoon hervorheben, der an dieser taktischen Flexibilität einen großen Anteil hatte.

Mit Alex Fürnthaler und Tristan Albrecht mussten uns zwei Spieler verletzungs- beziehungsweise krankheitsbedingt verlassen. Dafür wurde Lasse Pörksen nachnominiert, der ausgerechnet im Halbfinale sein erstes Spiel machte, und das auf einer Position, die er zuvor erst einmal gespielt hatte. Gleichzeitig stand Conrad Schulz als zweiter Torwart das gesamte Turnier voll im Dienst der Mannschaft, obwohl er keine einzige Minute zum Einsatz kam. Dass wir neue Situationen und neue Spieler so schnell integrieren konnten und eine Atmosphäre geschaffen haben, in der jeder seine Rolle angenommen und sofort das Vertrauen gespürt hat, seine Leistung abrufen zu können, war für unseren Turniererfolg enorm wichtig.

Rein vom Hockey her war das Halbfinale gegen die Niederlande unsere beste Leistung. Nach einer etwas schwächeren Anfangsphase haben wir das Spiel sehr souverän und erwachsen kontrolliert. Unvergesslich waren aber auch die letzten 15 Minuten des Finales. Wir waren fast eine Minute in doppelter Unterzahl und insgesamt sechs Minuten in Unterzahl. Trotzdem war bei den Jungs keinerlei Nervosität zu spüren. Sie hatten nur den Willen, weiter zu verteidigen. Anschließend gleichen wir in doppelter Überzahl aus, nachdem Belgien eine Zeitstrafe kassiert und wir den Torwart zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers herausgenommen hatten. Wenige Sekunden vor Schluss gelingt dann sogar noch der Siegtreffer. Das war einfach Wahnsinn.“

 

Die Männliche U16 in Walcz. Von links, hinten: Adrian Kock (Bundestrainer), Laura Stremmel (Teammanagerin), Johannes Persoon (Co-Trainer), Mattis Bunzel, Carl von Schwabe, Joshua Kleppe, Joschua Schymik, Leonhard Huber, Moritz Streckel, Henrik Jagdt, Cornelius Brunner, Anton Welge, Louis Neumann (Video), Anna Schweiger (Physio), Franziska Wahl (Physio), Marvin Erxleben (Athletiktrainer); vorne: Henri Schaarschmidt, Louis Zeuzem, Lasse Pörksen, Conrad Schulz, Paul Mehling, Fynn Dahm, Constantin Hauck, Constantin Polonius, Hannes Tietz. Foto: DHB