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Das neue WM-Format - "Action ohne Unterbrechung"?

11.08.2026 

Wenn am kommenden Samstag im Amsterdamer Wagener-Stadion und in der Belfius Hockey Arena von Wavre die ersten der insgesamt 100 Spiele der Hockey-Weltmeisterschaft 2026 angepfiffen werden, dann erleben wir auch einen veränderten Turniermodus. Der zuständige Welthockeyverband FIH spricht von einem „neuen Format, das auf Action ohne Unterbrechung ausgelegt“ sei. Tatsächlich verzeihen die neuen Rahmenbedingungen kaum Fehler oder einen langsamen Start ins Turnier.

Zuletzt 2022 und 2018 waren Teams als Gruppendritter mit zum Teil nur einem Punkt aus den ersten drei Spielen weiterhin im Rennen und konnten sich über ein „Crossover“-Match den Weg ins Viertelfinale bahnen. Das ist jetzt praktisch ausgeschlossen. Denn für die Hälfte der 16 Teilnehmer ist der Traum von einem Podiumsplatz bereits nach der ersten Turnierphase beendet. Nur die beiden Punktbesten von vier Mannschaften einer Gruppe kommen weiter. Und auch wenn danach nicht gleich offizielle K.O.-Spiele anstehen, so ist die „second stage“ mit einer neuen Vierergruppe das nächste Ausscheidungsrennen. Man darf davon ausgehen, dass sich eine Mannschaft mit Medaillenambitionen in ihren ersten fünf Turnierauftritten maximal eine einzige Niederlage leisten kann, wenn der Weg ins Halbfinale nicht verbaut sein soll.

 

Ihre Generalprobe auf die am 15. August beginnende Weltmeisterschaft in Belgien und den Niederlanden bestritt die deutsche Damen-Nationalmannschaft Ende Juli in Heilbronn. Die beiden inoffiziellen Testspiele gewannen die DHB-Damen mit 3:0 und 1:0. Gemäß des neuen WM-Turniermodus könnten beide Teams erst im Halbfinale (oder in einer Platzierungsrunde) aufeinandertreffen. Foto: L.Boysen

Deutschlands Herren können als amtierender Welt- und Europameister sowie Finalist des jüngsten Olympiaturniers (2024) eigentlich mit breiter Brust an den Start gehen. Doch die aktuelle Position 5 in der Weltrangliste zeigt, dass vor Deutschland eigentlich vier andere stehen, die Anwärter für einen Platz im Halbfinalfeld sind und es daneben weitere starke Teams gibt. Um weit zu kommen, wird es wie bei den großen Turnieren der letzten Jahre wichtig sein, Ergebnisse abliefern zu können, wenn es darauf ankommt. Hier hat Bundestrainer André Henning seit seinem Amtsantritt Ende 2021 eine bemerkenswerte Bilanz aufgebaut. Von elf gemeinsamen K.O.- oder Endspielen verlor seine Mannschaft nur einmal in regulärer Spielzeit und zweimal nach Shoot-out.

Die deutschen Damen haben es mit Bundestrainerin Janneke Schopman bei der EM 2025, ihrem ersten gemeinsamen Meisterschaftsturnier seit dem großen Umbruch nach Paris 2024, geschafft, in den K.O.-Spielen ihre besten Leistungen abzurufen. Das stimmt zuversichtlich, auch wenn das Ziel einer WM-Halbfinalteilnahme eine hohe Hürde bleibt. Unter die besten Vier vorzustoßen oder gar die erste deutsche WM-Medaille seit 1998 zu holen, wäre ein toller Erfolg in der Entwicklung Richtung Olympia 2028. Der Vorteil des Spielplans: Auf Gigant Niederlande können die DHB-Damen frühestens im Halbfinale treffen.

 

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