DEUTSCHE
HOCKEY ZEITUNG

Mit Hockey erhalten Sie wertvolle Tipps und Informationen rund um den Hockeysport.

Tag 10: Niederlande-Herren müssen nur kurze Zeit das Ausscheiden fürchten

24.08.2026 – Am letzten Spieltag der Zwischenrunde kommen die niederländischen Herren zumindest für ein paar Minuten nochmal ins Schwitzen, als ihnen nach Rückstand gegen England sowie vorangegangenem argentinischen Sieg über Indien plötzlich das Verpassen des Halbfinals droht. Aber schließlich geht an diesem Montag dann doch noch alles wie erwartet über die Bühne. Dazu feiern die deutschen Damen einen sauberen 4:1-Sieg über Spanien und Italien den Gewinn der 1. Para-Hockey-Weltmeisterschaft.

 

Schottlands Damen leben in der Platzierungsrunde richtig auf. Nach drei Niederlagen zu Beginn des Turniers bestreiten die Schottinnen die neue Gruppe H maximal erfolgreich. Dem 2:1 über Irland folgt mit dem gleichen Resultat ein weiterer Sieg über Neuseeland. Fiona Burnet (26.) und Heather McEwan (E, 45.) drehen eine neuseeländische Führung (Brittney Wang/23.) noch erfolgreich zum 2:1 um. Das führt die Schottinnen ins Spiel um Platz 11 gegen Japan. Neuseeland wird im Platzierungsspiel gegen Chile um die Rote Laterne des WM-Klassements spielen.

 

Die USA sichern sich mit einem 3:1 (1:1) über Irland den ersten Platz in der Gruppe H. Lucy Adams (27.), Mia Schoenbeck (E, 42.) und Abigail Tamer (52.) drehen mit ihren drei Toren die irische Führung von Niamh Carey (13.) noch zum Sieg, der die Amerikanerinnen ins Spiel um Platz 9 gegen England bringt.

 

Bei den Herren entscheidet Japan das Duell der beiden bislang Sieglosen gegen Wales mit 3:2 (2:0) für sich. Suota Yamada (E, 15.), Kosei Kawabe (28.) und Kozumasa Matsumoto (60.) treffen für die Asiaten, Wales kann durch Jacob Draper (E, 49.) und Sam Welsh (60.) nur zweimal verkürzen und muss somit mit dem Spiel um Platz 15 gegen Malaysia vorlieb nehmen, Japan wird die Partie um Platz 13 gegen Frankreich bestreiten.

 

Neuseeland geht nach seinem 4:2 (3:0) über Pakistan mit den maximalen neun Punkten aus der Zwischenrunde hervor. Dylan Thomas (1.), Scott Boyde (16.) und George Baker (22.) führen die Neuseeländer schon bis zur Pause gut davon, und nachdem Pakistan durch Sufyan Khan (E, 33.) und Afraz (38.) ordentlich aufholte, machte Kane Russell (E, 49.) den Sack zu. Trotz der Niederlage geht Pakistan als Zweiter der Gruppe G hervor und trifft im Spiel um Platz elf auf Südafrika, während Neuseeland gegen Irland um Platz neun spielen wird.

 

Argentiniens Herren gewinnen ihr letztes Zwischenrundenspiel gegen Indien mit 5:3 (2:1) und machen damit einen großen Schritt Richtung Halbfinale. Joaquin Toiscani (1.), Nicolas della Torre (E, 6.), Tomas Domene (33./7m, 45.) und Lucas Toscani (53.) bringen die Südamerikaner bereits mit 5:1 in Front, ehe Sukhjeet Singh, der bereits das 1:2 (10.) erzielt hat, und Hardik Singh mit späten Toren (58./7m, 60.) das Ergebnis noch knapper machen.

 

Niederlande-Angreifer Koen Biden kommt nicht am englischen Torwart Oliver Payne vorbei. Das 2:2-Unentschieden hilft am Ende nur den Holländern, die als Zwischenrundenerster ins Halbfinale einziehen, während England die Vorschlussrunde verpasst. Foto: Worldsportpics

 

Das Resultat setzt Niederlande und vor allem England vor dem abschließenden Duell noch einmal richtig unter Druck. Beide können noch ausscheiden, die Holländer allerdings nur bei einer Niederlage mit zwei Toren Unterschied. Und so kommt richtig Spannung in die Bude, als Stuart Rushmere die Briten früh mit 1:0 (6.) in Führung bringt. Die Gastgeber im Wagener-Stadion sind in Bedrängnis, können sich aber mit einem Doppelschlag rund um die Halbzeitpause befreien. Jip Janssen mit der Verwandlung der einzigen niederländischen Ecke (30.) und Kapitän Thierry Brinkman (32.) drehen das Spiel zum 2:1. England kann den Rückstand zwar noch einmal durch Henry Croft (E, 48.) ausgleichen, aber mehr gelingt den Briten trotz Spielvorteilen nicht. Und so hilft am Ende das 2:2 nur dem Oranje-Team, das als Gruppensieger abschließt, und den Argentiniern, die als Zweiter ins Halbfinale einziehen und hier am Freitag in Wavre der deutsche Gegner sein werden. Niederlande und Spanien spielen in Amsterdam den anderen Finalteilnehmer aus. England muss mit dem Spiel um Platz 5 gegen Australien vorliebnehmen. Für Indien geht es im Spiel um Platz 7 gegen Belgien.

 

Der erste Weltmeister des WM-Events in den Niederlanden und Belgien steht indes schon heute fest. Die Mannschaft von Italien gewinnt durch einen 5:4-Endspielsieg über Spanien die 1. Para-Hockey-Weltmeisterschaft der FIH-Geschichte. Auf dem gleichen Platz im Hauptstadion von Wavre, lediglich auf dem räumlich getrennten „Pitch 2“ gewinnt das deutsche Specialhockey-Team ihr Platzierungsspiel gegen Frankreich mit 5:2 und beendet die WM-Premiere als guter Fünfter unter 16 Mannschaften.

 

Deutschlands Damen sorgen durch ihren 4:1-Sieg über Spanien (siehe Extrabericht) dafür, dass in der Gruppe F schon vor der letzte Zwischenrundenspiel die Besetzung der Halbfinals feststeht. So geht es für die beiden qualifizierten Teams Argentinien und Belgien lediglich noch darum, als Halbfinalgegner die Niederlande zu vermeiden. Argentinien genügt dafür ein Unentschieden, Belgien muss gewinnen, um noch den Gruppensieg zu erlangen. Argentinien gibt lange den Ton an, versäumt aber, einen Treffer zu schießen. Das scheint sich in den letzten zehn Minuten zu rächen, als Belgien – angepeitscht von gut 7000 Zuschauern – offensiver wird und tatsächlich noch zu sieben Strafecken kommt. Mit vollem Körpereinsatz und gutem Stellungsspiel bei den versuchten Stechervarianten und Schlenzbällen der Belgierinnen können die Südamerikanerinnen ihren Kasten bis zum Schlusspfiff sauberhalten. Beim 0:0-Endstand jubeln deshalb nur die argentinischen Spielerinnen. Sie können in Wavre bleiben und ihr Halbfinale dort gegen Australien beschreiten, während Belgiens Damen nach Amsterdam reisen müssen, um dort dem Titelverteidiger Niederlande zu begegnen.

Ein intensives Duell zwischen Belgien (in rot Judith Vandermeiren) und Argentinien (rechts Victoria Miranda) endet 0:0, was den Südamerikanerinnen Platz eins in der Zwischenrundengruppe F bringt und Belgien als Gruppenzweiter als Halbfinalgegner die Niederlande. Foto: Worldsportpics